Beinwil im Freiamt

Der lange Weg zu einer Aushub-Deponie

Streifzug der Gemeindeammänner des Bezirks Muri durch die Aushubdeponie Weid-Bannacker in Beinwil. Bild: Eddy Schambron

Streifzug der Gemeindeammänner des Bezirks Muri durch die Aushubdeponie Weid-Bannacker in Beinwil. Bild: Eddy Schambron

Die Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Muri besichtigte in Beinwil die Deponien Feld und Weid-Bannacker.

Es ist nur Dreck, der abgelagert wird. Sauberer Dreck. Aber die Möglichkeiten, das zu tun, sind rar. Die Besichtigung der Deponien für sauberes Aushubmaterial Feld und Weid-Bannacker, lockte die meisten Gemeindeammänner vor ihrer Herbsttagung nach Beinwil.

Hier wurden von der Deponie Freiamt AG in den letzten 15 Jahren drei Millionen Kubikmeter Erde abgelagert, wie Verwaltungsratspräsident Dieter Greber ausführte. Und es werden noch ein paar dazu kommen, bis die Deponie Weid-Bannacker in drei bis vier Jahren gefüllt sein wird. Gleichzeitig wird in Dietwil die Deponie Babilon auf einer Fläche von 19 Hektaren betrieben – und ein neuer Standort für eine weitere Ablagerungsmöglichkeit gesucht.

Zeitraubend und finanziell aufwendig

Das ist in den letzten Jahren immer schwieriger und kostspieliger geworden. Der erste Standort, die Deponie Feld in Beinwil, konnte «noch relativ schlank» realisiert werden, wie Greber ausführte. Sie war die erste im Aargau und in der Schweiz, die so bewilligt wurde, weil es hier keine Kiesgrube zu füllen gibt. Im Laufe der Zeit ist das Bewilligungsverfahren immer aufwendiger geworden. Nach der Standortevaluation müssen Gemeinde, Landeigentümer und Regionalplanungsverband zuerst «einer Meinung» sein.

Dann folgen das Nutzungsplanungs- und das Sondernutzungsplanungsverfahren, in das bis zu 13 kantonale Fachstellen involviert sind. Erst dann kommt es zum Bewilligungsverfahren. Am Beispiel der neusten Freiämter Deponie in Dietwil zeigte Greber auf, dass das Verfahren rund zehn Jahre dauerte. Jetzt kann zehn Jahre aufgefüllt werden, und dann muss für weitere zehn Jahre Gewährleistung für die korrekte Rekultivierung erbracht werden. «In Dietwil haben wir bis zur ersten Abkippung von Aushubmaterial zwei Millionen Franken investiert».

Geld für Gemeinde und Landeigentümer

Eine Deponie für sauberes Aushubmaterial kann für eine Gemeinde durchaus erstrebenswert sein, legte Greber dar. Einerseits spült sie Geld in die Gemeindekasse, in Dietwil sind es 420 000 Franken und in Beinwil aktuell 270 000 Franken jährlich. Auch gibts Geld in die Portemonnaies der Landeigentümer. Schliesslich wird aus den gefüllten Deponien wieder wertvolles Kulturland mit einem Anteil von 15 Prozent ökologischer Ausgleichsfläche gemacht. Die Belastung durch Mehrverkehr in den Gemeinden relativierte Greber: An einem Werktag sind es durchschnittlich 80 Lastwagen pro Tag, die die Deponien anfahren. Auf der Hauptstrasse von Dietwil bedeutet das eine mittlere Zunahme von 8 Prozent, wobei diese nicht permanent anfallen. An Spitzentagen fährt praktisch jede Minute ein Lastwagen auf die Deponie Babilon, an regnerischen Tag keiner, weil dann kein Aushub anfällt.

An der Herbsttagung wählten die Gemeindeammänner für Diana Wittwer, Aristau, die als Delegierten für den Verein Familienberatung des Bezirks Muri demissioniert hat, neu Erich Leu, Auw. Als Vertreter für die Stifterversammlung Spital Muri rückt Stefan Gisler, Buttwil, nach; er ersetzt den demissionierenden Michel Christen aus Waltenschwil.

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