Merenschwand
Der Kinderweg macht auch Erwachsenen Freude

Vor zehn Jahren wurde der Weg, der sich den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer widmet, eröffnet.

Eddy Schambron
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Fröhliches Barfuss-Erlebnis auf dem Kinderweg mit Pirmin Wyss (vorne) und Förster Josef Schärer. ES

Fröhliches Barfuss-Erlebnis auf dem Kinderweg mit Pirmin Wyss (vorne) und Förster Josef Schärer. ES

Der Kinderweg in Benzenschwil/Merenschwand ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie nicht alle Tage vorkommt. Aus einer einfachen Idee vor zehn Jahren ist ein begehrtes Angebot geworden, das in der Zeit seines Bestehens allerdings nicht nur immer und überall eitel Freude ausgelöst hat.

Die «Erfinderinnen» Marianne Moos, Milly Stöckli und Marianne Abt feierten das 10-jährige Bestehen des Kinderweges mit den freiwilligen Helferinnen und Helfer, mit Anwohnern und weiteren Gästen. Zusätzlich wird das Jubiläum im Sommer mit einer Kindergartenklasse aus Benzenschwil und einer Spielgruppe aus Muri feiert. «Schliesslich ist es ja ein Kinderweg», lacht Moos, wohl wissend, dass er auch bei Erwachsenen sehr beliebt ist.

Kinderweg: Tolle Erlebnisse gratis

Entlang des Kinderwegs, der von Benzenschwil nordwärts durch den Wald in Richtung Merenschwand führt und im Mai 2004 eingeweiht wurde, tauchen unverhofft Spielmöglichkeiten auf, ausschliesslich hergestellt aus natürlichen Materialien.

Das sind Steine, Sand, Weiden, Baumstämme, Wasser und so weiter. Er widmet sich den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer, spricht damit alle Sinne an und erlaubt spannende Stunden im Wald.

Geschaffen wurde der Weg auf Initiative von Marianne Moos aus Winterschwil von einer Projektgruppe des Vereins Erlebnis Freiamt, der auch den bekannten Freiämterweg realisiert hat.

Der Kinderweg ist zu einem beliebten Ausflugsziel manchmal von mehreren Klassen gleichzeitig geworden, zumal er maximale Erlebnisse zu einem minimalen Preis, nämlich umsonst, bietet.

So beliebt, dass zeitweise Anwohner in ihrer Privatsphäre gestört wurden, der Weg als Festplatz dienen musste oder Parkierungsprobleme entstanden. Eine Arbeitsgruppe nahm sich 2007 diesen Schwierigkeiten an. (ES)

«Nie», sagt Marianne Moos, Bio-Bäuerin aus Winterschwil, «hätte ich mir träumen lassen, dass aus dieser Idee ein solcher Erfolg werden könnte.» Hätte sie von Anfang an alles gewusst, hätte sie vielleicht sogar die Finger davon gelassen. Hat sie aber nicht, und mit Milly Stöckli und Marianne Abt tatkräftige Mitstreiterinnen gefunden. «Es gab etliche Hürden zu überwinden», erinnern sich die Frauen, «und wir wurden teilweise vom Erfolg überrollt.»

Wenn mehrere Schulklassen sich beim Kinderweg einfinden, wenn sogar Cars voll mit Kindern anrollen, kann das zu Problemen und Konflikten führen, etwa mit Anwohnern, mit Abfall, mit Schäden am Weg selber, mit Bikern auf ihren schnellen Velos.

Allein wären diese nicht zu bewältigen gewesen, und auch heute ist der Kinderweg auf den Einsatz von freiwilligen Helferinnen und Helfer und auf Goodwill angewiesen. Da ist zum Beispiel Georges Mäder mit seinen «Heinzelmännchen». Mäder ist praktisch jeden Tag auf dem Weg unterwegs und schaut zum Rechten. Margrit Gantner und Evelyne Grossenbacher räumen immer wieder auf oder sorgen dafür, dass einzelne Posten wie der Barfussweg oder das Spinnennetz intakt bleiben.

Ruedi Seehofer wiederum putzt Tag für Tag das WC beim Bahnhof Benzenschwil, das die SBB schlossen, aber nach längeren Diskussionen wieder den Benützerinnen und Benützern des Kinderwegs zur Verfügung stellen. «Ohne diese grossartige Gratisarbeit könnte der Kinderweg nicht bestehen», ist Moos klar. Dankbar sind die drei Frauen auch dem Förster Josef Scherer und der Gemeinde Merenschwand, die dem Projekt von Anfang an positiv gegenüberstanden und es auch heute noch mittragen.

Der Kinderweg soll in Zukunft weiterleben. «Dazu braucht es Leute mit Herzblut, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, wenn das jetzige Team es nicht mehr tun kann», unterstreicht Moos. «Ob das in der heutigen Form sein wird oder in einer anderen, das muss geprüft werden.» Das Bedürfnis, das haben die hohen Besucherzahlen in den letzten zehn Jahren gezeigt, ist auf jeden Fall vorhanden. «Der Weg erfüllt viele Wünsche von Kindern und erfreut auch Erwachsene.»