Dienstagabend, kurz nach 19 Uhr, Schulhaus Oberlunkhofen, Pausenplatz. Die herbstliche Dunkelheit hat sich über die Gegend gelegt, kalte Regentropfen klatschen auf den Boden. Es ist gespenstisch still, weit und breit ist keine Menschenseele zu entdecken.

Nur in der Turnhalle brennt Licht, von weitem ist fröhliches Kindergeschrei zu hören. Drinnen an der Wärme geht es hoch zu und her. Trainer Karl Heinz, genannt Kalle, Kreke (76) und dessen 16-jähriger Assistent Tim Stutz versuchen, den 12-jährigen D-Junioren die Finessen des Hallenfussballs zu vermitteln.

Nach dem Unterbruch der Rasensaison bereiten sich jetzt alle auf die anstehenden Hallenturniere vor. Der erste Eindruck des Beobachters: Weniger Lärm in der Halle wäre einem konzentrierteren Arbeiten zumindest nicht abträglich.

Kreke nimmt es mit Humor: «Die Jungs haben eben Temperament.» Wichtig sei ihm vor allem, dass die Kinder Spass am Fussball haben. «Bei uns sollen sie keinen Druck verspüren.» Das komme dann noch früh genug, sollte einer seiner Jungs den Sprung zu einem grösseren Verein schaffen.

Ohne lange Warteliste

Der Kellerämter FC ist ein ganz besonderer Verein. Gegründet am 5. Mai 2008 von ein paar Eltern von fussballbegeisterten Kindern, war es von Beginn weg das hehre Ziel, den Jugendlichen im Kelleramt das Fussballspielen ohne lange Wartelisten und grosse Anfahrtswege zu ermöglichen. Die bestechende Idee setzte sich durch.

Aktuell trainieren und spielen 130 Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren in acht verschiedenen Teams auf fünf verschiedenen Plätzen in Oberwil-Lieli, Arni, Rottenschwil, Jonen und Oberlunkhofen. So weit, so gut. Richtig glücklich ist Kreke – er übernahm 2011 das Amt des Präsidenten – mit der Situation der vielen Spiel- und Trainingsorte jedoch nicht. «Wir sind nirgends richtig daheim», meint er, «von einem eigenen Klubhaus wagen wir nicht einmal zu träumen.» Ändern wird sich an dieser Situation in nächster Zeit kaum etwas, dessen ist man sich im Vorstand durchaus bewusst.

Und dennoch machen alle weiter. Kreke: «Wir tun das gerne. Für die Kinder.» Wohl wissend, dass der KFC immer ein kleiner Verein bleiben wird, der die talentierten Kinder schnell an die umliegenden Vereine wie Wohlen oder Muri verlieren wird. Apropos.

Wenn die Jungfussballer aus dem U13-Alter entwachsen sind, hat es für sie keinen Platz mehr im Kellerämter FC. «Wegen den fehlenden Trainern und den engen Platzverhältnissen», so Kreke. Er schätze sich darum glücklich, mit dem FC Bremgarten eine Abmachung getroffen zu haben, dass jeder Junior, der möchte, sich nach seiner Zeit beim KFC dem FC Bremgarten anschliessen darf.

Dann verabschiedet sich Kreke wieder und steigt hinunter in die Halle. Zurück zu «seinen» Jungs. Und ist in Sekundenschnelle wieder mit Leib und Seele Nachwuchstrainer.