Berikon
Der Kampf gegen den asiatischen Käfer scheint gewonnen

Präventive Massnahmen sollen in Berikon sicherstellen, dass der Asiatische Laubholzbockkäfer, der im September aufgetaucht war, kein Unwesen treiben kann.

Dominic Kobelt
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Rot markiert ist die Fokuszone, in der mögliche Wirtsbäume gefällt werden sollten. Gelb schraffiert ist die Holz- und Grünschnittzone, in der wird sämtliches Holz und Astmaterial von Hauptwirtsbaumarten gehackt und verbrannt wird.
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Laubholzbock-Käfer
Laubholzbock-Käfer

Rot markiert ist die Fokuszone, in der mögliche Wirtsbäume gefällt werden sollten. Gelb schraffiert ist die Holz- und Grünschnittzone, in der wird sämtliches Holz und Astmaterial von Hauptwirtsbaumarten gehackt und verbrannt wird.

zvg/Kanton Aargau

Anfang September wurde in Berikon ein Asiatischer Laubholzbockkäfer gefunden. Er wird mit Verpackungsholz, meistens in minderwertigen Paletten aus China, eingeschleppt. Weil der Käfer für Bäume und Sträucher ein gefährlicher Schädling ist, startete der Kanton zusammen mit dem Förster Christoph Schmid und mit Unterstützung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) eine Suchaktion mit dafür ausgebildeten Hunden.

Nach kurzer Zeit wurde klar, dass nicht nur ein Käfer sein Unwesen trieb, sondern ein ganzer Baum befallen war. Gefunden wurden einigen Käfern und Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien. Alle Käfer wurden gefangen und der WSL übergeben. Der befallene Baum wurde umgehend gefällt, zerkleinert und an einem geeigneten Ort verbrannt.

Sofortmassnahmen abgeschlossen

In einer weiträumigen Suchaktion stellte sich heraus, dass dies der einzige befallene Baum war. Kanton und Gemeinde haben nun in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt diverse präventive Massnahmen getroffen: In Berikon muss verholztes Material von bestimmten Baumarten – alle Ahornarten, Weiden, Rosskastanie, Birke, Pappel und Platane – gehackt und verbrannt werden. Zudem sollen mit dem Einverständnis der Eigentümer einige Bäume dieser Baumarten rund um die Fundstelle gefällt werden.

Mit Ausnahme der Nachkontrollen der Bäume im laublosen Zustand, die im Frühling 2016 durchgeführt werden, sind die Sofortmassnahmen nun abgeschlossen. Insgesamt wurden gut 1500 Bäume sowie rund 5 Kilometer Waldränder visuell und mit Spürhunden kontrolliert. Es wurden keine weiteren Asiatische Laubholzbockkäfer oder Spuren gefunden.

Im Gegensatz zu den einheimischen Bockkäferarten greifen diese Käfer auch gesunde Pflanzen an und können sie schwächen und teilweise zum Absterben bringen.

Präventive Massnahmen

Da der wirtschaftliche Schaden für betroffene Gebiete hoch werden kann, muss gemäss den Vorgaben des Bundes versucht werden, alle Exemplare dieser Art in Berikon zu finden und zu vernichten. Um dies sicherzustellen, wurden präventive Massnahmen festgelegt: In der «Fokuszone» werden Eigentümer dazu aufgefordert, alle Hauptwirtsbäume (Ahorne, Weiden, Rosskastanien, Birken, Pappeln und Platanen) ohne hohen ästhetischen oder emotionalen Wert kostenlos fällen zu lassen. Alle Hauptwirtsbäume, die stehen bleiben, werden während vier Jahren jährlich mehrmals visuell und mit Spürhunden kontrolliert.

Der Förster wird mit allen Eigentümern in der Fokuszone den Kontakt suchen. In der «Holz- und Grünschnittzone» im Siedlungsgebiet wird sämtliches Holz und Astmaterial von Hauptwirtsbaumarten gesondert eingesammelt, gehackt und in der Schnitzelheizung verbrannt. Diese befindet sich innerhalb der festgelegten Zone und verfügt über einen geschlossenen Schnitzeltank. Im Wald werden alle gefällten Bäume vor Ort gehackt und in der gleichen Schnitzelheizung verbrannt.