Die Papierfabrik kann voraussichtlich im Sommer 2015 abgerissen werden. Für die bisherigen Mieter bedeutet das: Auszug. Dem Jugendzirkus Arabas ist bereits gekündigt worden. So sagt Andy Boss, Vorstand beim Zirkus Arabas: «Auf Anfang Juli brauchen wir eine neue Bleibe.» Dementsprechend laufe die Suche auf Hochtouren. Wir haben auf unserer Facebook-Seite, via E-Mail und privaten Kontakten dazu aufgerufen, uns zu helfen.

«Wir haben eine Lücke von rund 20 Tagen zwischen dem Kündigungstermin und dem Beginn der Aufbauarbeiten für die neue Saison», sagt Andy Boss weiter. Kurzfristig liesse sich das vermutlich überbrücken. Nach dem Abschluss des diesjährigen Programms bestehe aber noch keine Lösung: «Wir brauchen einen Platz, wo wir unsere Sachen über den Winter einlagern können.»

Ärgerlicher Zeitpunkt

Ironischerweise kommt die Kündigung pünktlich zum 20-Jahr-Programmjubiläum. «Es ist natürlich schade, dass wir jetzt zusätzliche Ressourcen in die Suche nach einem neuen Winterquartier investieren müssen», sagt Boss.

Zurzeit gibt der Jugendzirkus etwa 3500 Franken im Jahr für die Lagerfläche in der Papierfabrik Bremgarten aus. «Für einen neuen Lagerplatz könnten wir auch ein bisschen mehr aufwenden», sagt Boss. Viel Spielraum habe der Verein allerdings nicht. «Wir leben von den Einnahmen aus den Vorstellungen, dem Inserateverkauf im Programmheft, der Vermietung des Zeltes und des Inventars, Mitgliederbeiträgen sowie Spenden und Gönnerbeiträgen», stellt Boss fest.

Der Zirkus Arabas braucht Platz für 13 Zirkuswagen, einige Paletten und Holz. Es müssten also in etwa 500 Quadratmeter sein. «Eigentlich stehen im ganzen Kanton so viele Industriebrachen leer, dass wir etwas finden müssten», ergänzt Boss. Die Schwierigkeit bestehe aus seiner Sicht darin, dass viele leerstehende Gebäude für neue raumplanerische Projekte gebraucht würden.

Ausweg in die Professionalität?

Es wäre aus der Sicht des Zirkus natürlich optimal, eine Lösung mit anderen Vereinen zu suchen, die ein ähnliches Problem hätten. «Das könnten zum Beispiel die Fasnachtsgesellschaften der Region sein», meint Boss. Natürlich bräuchte man auch einen Investor, aber mit der richtigen Infrastruktur könnte der Verein auch einen Schritt in Richtung Professionalität machen. «Eine festangestellte Zirkustrainerin haben wir bereits», ergänzt Boss. Obwohl sie «nur» ein Jugendzirkus seien, hätten sie dasselbe Equipment wie ein richtiger Zirkus. «In der Zukunft könnte man als Ausbildungszirkus ganz klar weitere Geldquellen erschliessen», sagt Andy Boss. Aber dazu fehle im Moment schlicht die Infrastruktur.