Bremgarten

Der Hochwasserschutz kommt mit einjähriger Verspätung

August 2005: Feuerwehrleute, Zivilschützer und Armeeangehörige im Kampf gegen Wassermassen und Schwemmholz der Reuss. sl/archiv

August 2005: Feuerwehrleute, Zivilschützer und Armeeangehörige im Kampf gegen Wassermassen und Schwemmholz der Reuss. sl/archiv

Die Realisierung des örtlichen Hochwasserschutzes im Reussstädtchen verzögert sich. Erst im Juni 2013 – mit einjähriger Verspätung – kann die Gemeindeversammlung Bremgarten darüber abstimmen.

Die Realisierung des örtlichen Hochwasserschutzes im Reussstädtchen verzögert sich. Erst im Juni 2013 – mit einjähriger Verspätung – kann die Gemeindeversammlung Bremgarten über Konzept, Projekt und Baukosten der ersten Etappe «Holzbrücke bis Hexenturm» abstimmen. Hier, längs der Wohnhäuser an der Reussgasse, sind mobile Elemente
in Form von Aluminium-Platten als Hauptschutzmassnahme vorgesehen.

«Höher, massiver, teurer»

Ursache der zeitlichen Verzögerung: Der Kanton Aargau, der einen schönen Teil der Kosten des Hochwasserschutzes finanziert, hat seine Berechnungen, Planungen und Vorgaben im Zusammenhang mit Überflutungen und Wassermengen überarbeitet. Daraus resultierten neue Daten, die nun Berücksichtigung im Konzept und Projekt Bremgarten
finden müssen.

Welche Folgen werden die neuen Berechnungen der kantonalen Fachleute fürs Schutzprojekt an der Reussgasse haben? Bremgartens Vizeammann Rolf Meier: «Gemäss den neuen Vorgaben müssen die geplanten Schutzvorkehrungen verstärkt werden. Unser Schutzpaket wird
höher, massiver und auch teurer ausfallen.» Im Sommer 2011 war man von einem Betrag von rund 350000 Franken für die mobilen Alu-Platten vom Wohnhaus Reussgasse 11 bis
zum Hexenturm ausgegangen, wobei Bremgarten ungefähr 200000 Franken hätte beisteuern sollen. Dieser Betrag wird definitiv nicht ausreichen.

Weitere Kosten könnten hinzukommen. Denn laut Meier muss geprüft werden, ob es Nachbesserungen bei den bestehenden Schutzmassnahmen vom «Adler» bis und mit «Schmittenplätzli» braucht.

Reussmauer und zweite Etappe

Die mobilen Alu-Platten können nur auf Reussmauer-Abschnitte montiert werden, die intakt und statisch in Ordnung sind. Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass einige Mauer-Abschnitte bei den Wohnhäusern saniert werden müssen. «Diese Sanierung samt Finanzierung der
lädierten Stützmauerteile ist nach Auffassung des Stadtrats Sache der Grundeigentümer», erläutert Meier.

Auf der Wartebank verharrt derzeit auch die Hochwasserschutz-
Etappe vom Gelände unterhalb des Papierfabrikareals bis zur ARA-Brücke im Gebiet «Risi». Diese zweite Etappe entlang des Reussbogens wird erst nach der Realisierung der ersten Etappe bei der Reussgasse spruchreif. Die ursprüngliche Idee, die zweite Etappe in Form eines durchgehenden Schutzdamms zu bauen, scheint endgültig vom Tisch zu sein, zumal die Erstellung eines ununterbrochenen Walls nicht weniger als eine Million Franken gekostet hätte. Stattdessen strebt der Stadtrat nun punktuelle Schutzmassnahmen bei bereits überbauten Grundstücken an.

Die jüngste Meinungsverschiedenheit zwischen dem Kanton Aargau und dem Kanton Luzern um den
kantonsübergreifenden Hochwasserschutz stösst im Rathaus auf wenig Verständnis. Rolf Meier: «Die neu entfachte Diskussion der Kantone um die Verteilung der Wassermengen sollte zügig beendet werden. Falls nicht, verzögern sich die Bremgarter Hochwasserschutzprojekte weiter.»

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