Abtwil/Allenwinden
Der Häslihof wird geschlossen – doch wohin mit den gut 600 Kaninchen?

Das Ende des Abtwiler Häslihofs stellt Tierschützer vor grosse Herausforderungen. Gut 600 Kaninchen wurden vergangene Woche auf verschiedene Tierheime verteilt. Der Tierschutzverein Zug hat sich anerboten, sich um die kranken Tiere zu kümmern – und wurde von der grossen Anzahl kalt überrascht.

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Anfang Mai wurde der Besitzer des Häslignadenhofs in der Oberfreiämter Gemeinde Abtwil verhaftet. Die Behörden fanden beim 66-Jährigen Waffen und Sprengstoff. Die Behörden wurden von einem Besucher informiert, vor dem der Häslihof-Betreiber mit seinem "Arsenal" geprahlt hatte.

In der Zwischenzeit haben Mitglieder des Schweizer Tierschutzes die Betreuung der Hasen übernommen. Doch eine Woche nach der Festnahme nahm das Häslisterben in Abtwil seinen Lauf. Tierschutz und Veterinäramt sind gefordert und haben letzte Woche begonnen, hunderte von Häschen auf verschiedene Tierheime zu verteilen.

Über 100 kranke Häschen hat das Tierheim in Allenwinden im Kanton Zug aufgenommen – und wurde so notgedrungen ebenfalls zu einem regelrechten Kaninchen-Paradies. Dort wo sonst vorwiegend Katzen ihrer Lieblingsbeschäftigung Schlafen nachgingen, hat es nun viel Stroh und Häschen. Sogar Nachwuchs hat es schon gegeben.

Der Tierschutzverein Zug habe sehr kurzfristig planen und umräumen müssen, sagt Marlis Arnold, Mitarbeiterin im Tierheim Allenwinden.

Gegen 600 Tiere wurden letzte Woche auf dem Häslihof in Abtwil eingefangen und auf verschiedene Tierheime verteilt. Die über hundert kranken Tiere wurden alle nach Allenwinden gebracht – von der grossen Anzahl wurde das Tierheim kalt überrascht. Genesene und kastrierte Kaninchen mussten inzwischen auf einen Bauernhof in der Nähe ausquartiert werden.

«Wir mussten eine Lösung finden wegen des knappen Platzes», sagt Marlis Arnold, die auch im Tierschutzverein Zug tätig ist. Man habe einfach beim Bauer angefragt, ob man dessen Stall für die Tiere mieten könne.

Das nächste Ziel ist nun die Vermittlung der Tiere an neue Halter. «Wichtig ist hier halt eine Aussenhaltung», so Arnold. Die Häschen könnten nicht in der Stube gehalten werden, sondern müssten draussen sein, wo sie buddeln, nagen und Haken schlagen können.

Aber auch die Häschen, die noch länger im Tierheim in Allenwinden bleiben müssen, sollen nicht in der provisorischen, improvisierten Unterkunft bleiben: Sie sollen auf einer angrenzenden Wiese ein grosses eigenes Gehege erhalten. (edi)

In der Sendung «Fokus» besucht Tele M1 das Zuger Tierheim und Marlis Arnold erzählt von ihren Erfahrungen: