Oberlunkhofen
Der Hägglinger Sonnenstrom reizt auch das Kelleramt

Die mögliche Gründung einer Kellerämter Solargenossenschaft in diesem Herbst lockt die Bürger in Scharen ins Pfarreisäli. Über 40 Personen finden sich ein. Die Gründungsversammlung wird voraussichtlich am 5. September stattfinden.

Robert Benz
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Provisorischer Vorstand der Solargenossenschaft Kelleramt (von links): Thomas Imhof, Ursula Mauch und Stefan Kaufmann.

Provisorischer Vorstand der Solargenossenschaft Kelleramt (von links): Thomas Imhof, Ursula Mauch und Stefan Kaufmann.

Dieser Reiz muss im Kelleramt schon vorher da gewesen sein, der Reiz, Sonnenstrom zu produzieren. Sonst wären am Donnerstag wohl kaum mehr als 40 Leute ins Pfarreisäli geströmt. «Wir sind überwältigt. Mit einem solchen Aufmarsch hätten wir nicht gerechnet», sagt Ursula Mauch.

Mauch arbeitet in einem provisorischen Vorstand mit Stefan Kaufmann und Thomas Imhof darauf hin, im Kelleramt eine Solargenossenschaft zu gründen.

Die Gründungsversammlung wird voraussichtlich am 5. September stattfinden. Ziel ist es, grössere Photovoltaikanlagen zu realisieren. Solche Anlagen produzieren Strom durch die Umwandlung der Energie der Sonnenstrahlen und zählen zu den neuen erneuerbaren Energien.

Hägglinger spricht aus Erfahrung

Dass eine Neugründung keine Utopie ist, zeigen die erfolgreichen Beispiele von mittlerweile 50 Solargenossenschaften in der Schweiz. Auch in Hägglingen wurde vor zwei Jahren eine Genossenschaft gegründet. Ursula Mauch war umsichtig genug, den an der Gründung massgeblich beteiligten Photovoltaikexperten Adrian Meyer an die Info-Veranstaltung in Oberlunkhofen einzuladen.

Meyer bestritt als Hauptredner den Abend fast im Alleingang und informierte die Anwesenden über die Beweggründe, die Möglichkeiten und Probleme bei der Gründung.

Und die reinen Zahlen sprechen für sich: Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren gelang es der Hägglinger Genossenschaft, im Dorf zwei grosse Anlagen zu bauen, mitten in der Phase, als ein wahrer Bauboom die Produzenten von Solar-Anlagen vor Lieferengpässe stellte.

Ähnlich wie im Kelleramt war auch Meyer von der Beteiligung der Bevölkerung überrascht. Innerhalb von wenigen Monaten war eine Summe von 180'000 Franken gesammelt.

Enormes Sonnenstrompotenzial

«Die Photovoltaikzellen sind heute derart billig, dass eigentlich jedes Gartenhausdach damit bedeckt werden sollte», sagte Meyer in seinem Vortrag. Ausserdem rechnete er vor, dass bereits auf einem Prozent der Aargauer Kantonsfläche Sonnenenergie auftrifft, die die Produktion eines AKWs buchstäblich in den Schatten stellt.

Recycling sei kein Problem, Elektrosmog nicht zu erwarten und die Wirtschaftlichkeit gegeben. Kann also überhaupt noch etwas schief gehen? «Ich denke, wir befinden uns auf einem sehr guten Weg», ist sich Mauch bewusst.

Die beratende Hilfe von Meyer haben sich die Kellerämter bereits gesichert. Nebenbei: Bei der Gründung waren es in Hägglingen sogar 15 Leute weniger als im Oberlunkhofen bei der Info-Veranstaltung.