Berikon

Der Gemeinderat will einen Waldweg sanieren – die FDP stört sich daran

Die FDP Berikon stört sich daran, dass eine Waldstrasse asphaltiert werden soll.

Die FDP Berikon stört sich daran, dass eine Waldstrasse asphaltiert werden soll.

Die Beriker Exekutive will die Zufahrt zur Kompostieranlage Günzenbühl asphaltieren. Das passe nicht mehr in die heutige Zeit, findet die freisinnige Ortspartei.

Es ist ein schmaler Waldweg, der in Berikon zur Kompostieranlage Günzenbühl führt. Diese ist seit 2007 in Betrieb und sehr beliebt, wie die Zahlen zeigen. Die Grüngutanliefermenge hat sich von anfänglich rund 1470 Tonnen im Jahr auf aktuell 4560 Tonnen gesteigert. Dies entspricht zirka 8000 Fahrzeugen, die über den Waldweg zur Kompostieranlage fahren.

Darunter leidet die Zufahrtsstrasse, wie der Gemeinderat in der Botschaft zur Einwohnergemeindeversammlung vom 14. November schreibt. Die Sprache ist etwa von Spurrinnen und Schlaglöchern. Bei Nässe oder Schnee werde der Waldweg zusätzlich beansprucht. Zudem lasse die schmale Strasse kein Kreuzen zu.

Aus diesen Gründen will die Gemeinde die Zufahrtsstrasse ausbauen und beantragt an der Gemeindeversammlung einen Verpflichtungskredit von 320 000 Franken. Geplant ist, die unbefestigte Forst- und Waldstrasse durch eine Asphaltstrasse zu ersetzen.

Die neue Zufahrtsstrasse soll 3,5 Meter breit sein und somit zukünftig auch das Kreuzen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Lastwagen ermöglichen. Da die geplante Strasse sich auf Waldareal befindet, müsste die Gemeinde für die Fläche, die asphaltiert wird, eine Ersatzaufforstung von 1000 Quadratmetern vornehmen.

Bisheriger Waldweg reiche vollkommen, so die Gegner

Das Projekt ist aber umstritten. Die FDP Berikon ruft die Einwohner dazu auf, den Verpflichtungskredit abzulehnen. «Mit fadenscheinigen Argumenten soll in unserem Wald eine Zufahrtsstrasse asphaltiert werden mit enormen Kosten von 320 000 Franken», schreibt die Partei, die sich überzeugt gibt, dass ein normaler Strassenunterhalt wie bislang genügt.

Die Waldstrasse sei in einem guten Zustand und die bisherige Breite würde ausreichen. «Das Asphaltieren einer Waldstrasse passt auch nicht in die heutige Zeit», steht weiter in der Medienmitteilung. «Wir stellen uns ernsthaft die Frage, ob wir unsere Naherholungsgebiete so verändern müssen, indem wir im Wald Strassen asphaltieren?»

Man habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, sagt Gemeindeammann Stefan Bossard. Doch man gehe nicht davon aus, dass wegen der Sanierung mehr Fahrzeuge die Zufahrt benutzten und somit die Gefahr für Wildtiere zunehme. «Der Gemeinderat sieht sich verpflichtet, die kostengünstigste Variante zu wählen», führt er weiter aus.

Zwar koste die Asphaltierung jetzt einen grossen Batzen, dafür werde in den kommenden Jahren Geld im Unterhalt der Strasse gespart. Ein Asphaltbelag hat eine Lebensdauer von zirka vierzig Jahren, bei Mergel sind es nur zehn. Zudem mache ein Asphaltbelag die Strasse sicherer, da der Winterdienst die Zufahrt künftig besser vom Schnee befreien könne.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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