Einwohnerrat Werner Dörig (FDP) hat als Kantonspolizist natürlich von Berufs wegen ein Interesse an sicherheitspolitischen Fragen. Gleich zwei davon hat er letztes Jahr an den Gemeinderat gerichtet. Die eine betrifft die Aufgabenverteilung zwischen Regional- und Kantonspolizei nach dem Auszug Letzterer aus Wohlen. Die andere zielt auf die Ablösung vom dualen System mit Kapo und Repol zugunsten einer Einheitspolizei, wie sie etwa in den Kantonen Bern und Luzern schon eingeführt wurde.

Repol ist gut aufgestellt

Die erste Frage beantwortet der Gemeinderat mit dem Hinweis auf den bestehenden Gemeindevertrag der Repol Wohlen mit Villmergen, Dottikon, Dintikon, Hägglingen, Waltenschwil, Büttikon und Uezwil. Die Repol hat darin die Aufgabe, für die Sicherheit von 36 251 Menschen in der Region in und um Wohlen zu sorgen. Dies zusammen mit und unter Führung der Kantonspolizei bei allgemeinen Polizeitätigkeiten. Ausserdem ist die Kantonspolizei weisungsberechtigt, wenn es um die Sicherstellung der Koordination und der einheitlichen Praxis der Polizeitätigkeit geht.

Nach Annahme der kantonalen Initiative «Mehr Sicherheit für alle», die einen Polizisten pro 700 Einwohner vorsieht, wurde der Sollbestand an Polizisten, verteilt auf Kapo (zwei Drittel des Bestandes) und Repol (ein Drittel) kontinuierlich erhöht. Die Repol Wohlen erfüllt ihren Sollbestand (17 Mitarbeiter) schon seit Ende 2016.

Der springende Punkt bei der Beantwortungen von Dörigs Anfragen liegt im geplanten Projekt «Kapo 2020». Diese umfassende Prüfung der Aufbauorganisation der Kantonspolizei strebt die Verbesserung der Leistungen in der Grundversorgung an. Oberstes Ziel ist die Verhinderung von Straftaten. Dazu soll, laut Projektbeschrieb, «die stärkere Verankerung der Kapo in der Fläche» dienen, die man durch stark dotierte Stützpunkte erreichen will. Mit anderen Worten: weniger, dafür besser besetzte Stützpunkte und mehr Patrouillen.

Keine Einheitspolizei

Der Gemeinderat betont in der Beantwortung beider Anfragen, dass noch umstritten sei, wie sich die «Kapo 2020» in der Praxis bewähre. Aufgrund der generell positiven Erfahrungen mit der dualen Polizeiorganisation gebe es keinen Anlass, die Einrichtung einer Einheitspolizei politisch zu forcieren, heisst es in der Antwort weiter. Allerdings verfolgten der ressortverantwortliche Gemeinderat und der Chef der Regionalpolizei die Umsetzung von «Kapo 2020» mit wachem Auge. Denn die angestrebte Verstärkung der Polizeipräsenz durch den Einsatz von mehr Patrouillen dürfe weder Einfluss auf den Stellenplan der Repol haben noch zu Mehraufwänden führen.