Konzept
Der Gemeinde Villmergen sind die Senioren wichtig

Schon fast jeder fünfte Einwohner ist über 60 Jahre alt. Nun trägt Villmergen der demografischen Entwicklung Rechnung und trimmt sich fit für die Generation 60 plus. Eine Arbeitsgruppe hat bereits Lösungsansätze zur Behebung der Defizite entwickelt.

Toni Widmer
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Senioren nicht nur im Altersheim Obere Mühle: Fast jeder fünfte Villmerger Einwohner ist bereits über 60 Jahre alt.

Senioren nicht nur im Altersheim Obere Mühle: Fast jeder fünfte Villmerger Einwohner ist bereits über 60 Jahre alt.

Toni Widmer

In Villmergen sind 18% der Bevölkerung über 60 Jahre alt. Der Anteil der älteren Einwohnerinnen und Einwohner wird in den nächsten 20 Jahren markant zunehmen. Der Aargau rechnet damit, dass in 20 Jahren mehr als ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird. Besonders zunehmen wird laut den vorliegenden Prognosen der Anteil der 80-jährigen und noch älteren Personen von jetzt 26 000 auf 61 000.

«Wir haben auf die sich abzeichnende Tendenz schon vor zwei Jahren reagiert», erklärte Gemeinderat Renato Sanvido an einer Medienkonferenz zum Thema. Sein Ressortvorgänger Walter Schmid habe die Weichen für ein Alterskonzept gestellt, er führe diese Arbeit jetzt weiter. «Allerdings», sagte Sanvido, «gibt es für mich selber eigentlich gar nicht so viel zu tun, ich bin eher der Projektbegleiter», verwies er auf die Arbeitsgruppe Alter, die in den vergangenen Monaten äusserst fleissig gewesen ist.

Ihr Präsident Heinz Koch erklärte die Grundlagen der vorliegenden Arbeit, welche auf den Leitsätzen des Kantons zur Alterspolitik beruhen. Die achtköpfige Arbeitsgruppe (mit Gemeinderat Renato Sanvido) hat die Ist-Situation erfasst, Bedürfnisse abgeklärt, Lösungsansätze zur Behebung bestehender Defizite entwickelt und Leitplanken gesetzt. «Es geht vorderhand nicht darum, eine weitere Hilfsorganisation für Senioren auf die Beine stellen. Solche gibt es genug. Wir wollen dafür sorgen, dass Senioren und ihre Angehörigen nicht lange suchen müssen, wenn sie Rat oder Hilfe benötigen.»

Dazu liegt bereits die Rohfassung einer Info-Broschüre vor. Sie enthält rund 100 Adressen verschiedener Bereiche wie Information und Beratung, Alltags- und Lebensgestaltung oder Gesundheit und Prävention sowie die wichtigsten Telefonnummern für Notfälle. Diese Datensätze sollen auch im Internet in übersichtlicher Form aufgeschaltet werden.

Als weiterer Schritt ist eine repräsentative Meinungsumfrage bei der Generation 60 plus geplant. «Wir wollen wissen, wo Mängel und Lücken in der Altersbetreuung bestehen, damit wir das mögliche Verbesserungspotenzial herausschälen können», erklärte Koch. Die Umfrage wird am Informationsanlass lanciert, der am 22. September in der Mehrzweckhalle Dorf stattfindet.