Bremgarten
Der frühe Wintereinbruch prägte den Herbstmarkt

Der grosse Schnee, den sich viele für den Christchindlimarkt wünschen, kam schon anderthalb Monate früher. Der Herbstmarkt war ein Wintermarkt: Der Altstadtmarkt, dem zum elften Mal der historische Handwerksmarkt angegliedert war und der mit den Synesius-Feierlichkeiten zusammenfällt, fand zuerst im Regen und dann im Schnee statt.

Susanna Vanek
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Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten
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Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
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Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.
Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten, der dieses Jahr ungewohnt winterlich war.

Impressionen vom Herbstmarkt Bremgarten

AZ

Es regnete und regnete, dann wurden die Tropfen dicker, und schliesslich wurde das Reussstädtchen von einer weissen Schicht bedeckt. Umso verlockender die Rufe von Rainer Schneider: «Haferbrei, Haferbrei, der wärmt den Bauch.» Und manch ein Marktbesucher liess sich verführen. Auch zahlreiche Kinder probierten die alte Speise – und die meisten waren begeistert. Schneider berichtet, dass sein Brei so gut sei, weil er ihn eine Dreiviertelstunde kochen lasse.

Seine Frau Jacqueline Büchi hat den Markt vor langer Zeit entdeckt und kommt jeweils mit einem Stand mit Filzprodukten. Bei ihr können auch Kinder Objekte filzen – diesmal einen Ring. Sie habe ihn gefragt, ob er sie nicht einmal an einen Markt begleiten wolle. Schneider wollte – «aber filzen wollte ich nicht.» Also beschloss er, etwas zu verkaufen, das im Mittelalter gegessen wurde. «Das war Haferbrei. Wurst und Fleisch konnten sich die meisten ja nicht leisten.»

Er recherchierte, wie man Haferbrei am besten zubereitet und führt an seinem Stand, den er gleich neben den der Frau aufstellte, auch vor, wie Haferflocken gemahlen werden. Ums Geld verdienen gehe es ihm nicht, er habe einfach Spass an diesem Markt. «Das ist eine gute Sache. Wir und unsere Helfer haben alle Berufe, die nichts mit Märkten zu tun haben. Aber den historischen Handwerksmarkt in Bremgarten wollen wir unterstützen», erklärt er.

Haferbrei, Filzen und eine originale Postkutsche

Als besondere Attraktion wurden dieses Jahr Publikumsfahrten mit einer originalen, mit fünf Pferden bespannten Postkutsche angeboten - wetterbedingt stiess dieses Angebot nicht auf ein riesiges Interesse, vor allem am Samstag. Wie auch das Wetter dazu führte, dass weniger Personen als sonst den Markt besuchten.

Die eingefleischten Fans liessen sich von Regen und Schnee jedoch nicht abhalten, viele kamen passend in mittelalterlicher Tracht. Da war zum Beispiel ein als Ritter verkleideter junger Mann, der aus Davos angereist war, ein anderer kam aus dem Bernbiet. Eine Familie reist aus dem Zürcher Oberland an - der Markt ist unter Fans historischer Handwerkskunst längst bekannt.

Am Gönnerapéro listete Fredy Zobrist vom OK «Freunde historisches Handwerk» die Geschichte des Marktes kurz auf. Dieser fand, nach einer gewissen Vorbereitungszeit, im Jahr 2001 zum ersten Mal statt. Seither ist er stetig gewachsen, dieses Jahr umfasste er 81 Stände. Nach wie vor ist der Markt nicht kommerziell orientiert. Um auch Marktfahrern, die von weit her kommen und die vermutlich nichts verkaufen können, die Teilnahme am Markt zu ermöglichen, ist der Verein «Freunde historisches Handwerk» auf Gönnerbeiträge angewiesen.