270 Mitglieder zählt die Donatorenvereinigung des FC Wohlen derzeit, 11 sind im letzten Jahr dazugekommen. Sie unterstützen den Challenge- League-Club mit einem massgeblichen finanziellen Beitrag, was Gastreferent Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, am jährlichen Apéro lobend erwähnte. Donatoren- Präsident Urs Schürmann hielt fest, mit Schäfer sei ein Referent in Wohlen, der kompetent und aktuell zu den finanziellen Problemen des Clubs in der Challenge League Stellung nehmen könne.

Der FC Wohlen hatte in den letzten Tagen und Wochen Schlagzeilen gemacht, weil die Clubführung laut über den Verkauf der Lizenz nachdachte. Zu dieser Variante äusserten sich am Donatorenapéro weder Schäfer noch FC-Wohlen-Präsident Andy Wyder. Dieser hielt fest, sportlich sei die Vorrunde zufriedenstellend verlaufen. «Der Anschluss ans Mittelfeld ist noch möglich, gegen hinten haben wir uns klar abgesetzt», sagte Wyder mit Blick auf die Tabelle, wo Wohlen den 8. Platz belegt.

Wohlen fehlen Einnahmen

Weniger positiv sieht es im finanziellen Bereich aus, wie René Meier, Chef Challenge League beim FC Wohlen, ausführte. Enttäuscht zeigte sich Meier insbesondere über die Beiträge der Swiss Football League. «Nach den Informationen vor der Saison haben wir mit 490000 Franken gerechnet, erhalten haben wir aber nur 374000 Franken», erklärte Meier. Er hielt fest, der FC Wohlen erfülle seine Verpflichtungen gegenüber den Spielern und werde sich sportlich wohl in der Challenge League halten. «Wir brauchen aber mehr Zeit, um die Auflagen der Liga zu erfüllen – und wir brauchen mehr Geld von der Swiss Football League», sagte Meier unter dem Applaus der Donatoren. Und er ergänzte: «Der FC Wohlen hat keinen reichen Mäzen, aber er lebt, und er wird auch überleben.»

TV-Spiele bisher zu einseitig

Claudius Schäfer räumte ein, bisher sei die Auswahl der TV-Spiele zu einseitig gewesen. «In der Rückrunde soll sich das ändern, dann wird auch mehr Fernsehgeld nach Wohlen fliessen», versprach er. Die Anforderungen an die Vereine, einen professionellen Trainerstab zu unterhalten, sind aus Sicht von Schäfer «absolut machbar». Zusätzliche Finanzmittel für die Vereine könnte ein Titelsponsor für die Challenge League bringen. Schäfer erklärte, die entsprechen-den Verhandlungen seien auf gutem Weg. Der CEO der Swiss Football League betonte ausserdem: «Der FC Wohlen ist ein vorbildlicher Club.»

Urs Schürmann bat Schäfer, der in seinem Referat auch auf den Stellenwert des Fussballs und aktuelle Fragen wie das Hooligan-Problem in den Stadien einging, die Anliegen des
FC Wohlen nach Bern mitzunehmen und wohlwollend zu prüfen.

Nach dem Austausch von Geschenken – Claudius Schäfer erhielt eine Kiste Wein und überreichte zwei SFL-Shirts – begaben sich die Donatoren zum Apéro, wo die angeregten Diskussionen weitergingen.