Nach dem grossen Umbruch zum Ende der letzten Saison – rund 15 Spieler haben im Vergleich zum Auftakt der vorherigen Saison den Verein verlassen – stand Carmine Pascariello in der Sommerpause vor der grossen Herausforderung, ein neues Team zu formen.

Ein Team, mit dem sich die Murianer wieder identifizieren können. Ein Team, das aus jungen, hungrigen Spielern aus der Region besteht, die alles für den Verein geben.

Keine leichte Aufgabe. Aber der neue Mann an der Seitenlinie ist zufrieden. «Obwohl wir in der Vorbereitung noch einige Absenzen hatten, ist der Teamgeist in der Mannschaft sehr gut und die Spieler setzen meine Ideen ganz gut um. Das macht Freude», so der 32-jährige Wohler.

Mehrere Verletzte

Dennoch plagten den Trainer Verletzungssorgen. Im ohnehin schon nicht allzu breiten Kader fehlte der neu verpflichtete Routinier Baykal Bellusci drei Wochen. Danijel Knezevic musste kurzzeitig pausieren, Neuzugang Fabian Burkard hat noch kein Meisterschaftsspiel bestreiten können, Jan Kalt erlitt einen Muskelfaserriss beim Spiel in Thun und Tobias Müller hat sich den Fuss verdreht. «Ich will wegen diesen Verletzungen keine Ausreden suchen, aber die Umstellungen sorgen stets für eine gewisse Unruhe im Team, was nicht optimal ist», sagt Pascariello.

Gemessen an diesen Umständen war der Auftakt in die neue Saison durchaus vielversprechend. Vor allem wenn bedenkt, dass gar mehr Punkte drin gelegen wären. «Wir haben gegen Wangen und auch gegen Münsingen sehr viele Chancen gehabt und hätten eigentlich gewinnen müssen. Uns fehlen aber noch etwas die Souveränität und die Entschlossenheit», so Pascariello, der abgesehen vom letzten Spiel gegen Schötz (1:2) mit den Auftritten seiner Mannschaft zufrieden war.

Auch Carmine Pascariello selber hat sich mittlerweile an seinen neuen Job als 1.-Liga-Trainer gewöhnt. «Ich erledige meine Aufgabe leidenschaftlich gerne und es macht mir viel Spass. Es ist aber natürlich auch eine sehr zeitaufwendige Aufgabe, gerade weil ich etwas mehr mache als ein durchschnittlicher Trainer in der 1. Liga», sagt Pascariello und führt aus: «Ich hatte es als Spieler teilweise vermisst, dass sich der Trainer in die Lage des Spielers versetzt hat. Das will ich ändern. Ich führe deshalb viele Einzelgespräche und will wissen, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Das ist gerade in der Matchvorbereitung extrem wichtig.»

Derzeit stehen die Vorbereitungen auf das Spiel vom Samstag auswärts in Sursee an. Gegen das derzeitige Tabellenschlusslicht sollte für den FC Muri der zweite Saisonsieg durchaus drin liegen, auch wenn Carmine Pascariello den Ball flach hält. «Die Tabelle ist kein Gradmesser, denn Sursee ist sehr unberechenbar. Ich will, dass wir bescheiden auf den Platz gehen, die Basics gut machen und als Team funktionieren. Dann wird es klappen.»