Die gute Nachricht: Der FC Muri hat den Ligaerhalt geschafft und wird auch in der kommenden Saison in der 1. Liga um Punkte kämpfen. Die schlechte Nachricht: Der FC Muri hat sein Saisonziel klar verpasst und musste bis zur allerletzten Sekunde um den Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse zittern. Am Ende gab einzig das bessere Torverhältnis im Vergleich zum punktgleichen Absteiger Sursee den Ausschlag zugunsten der Murianer. «Wir wollten eigentlich in den Top 5 mitspielen und haben mit einem Platz in den Aufstiegsspielen geliebäugelt. Dieser Schuss ging aber gewaltig nach hinten los», spricht Sportchef Marcel Käppeli Klartext.

Eine Achterbahnfahrt

Die Saison des FC Muri war ein einziges Auf und Ab. Auf klare Siege folgten mindestens ebenso deutliche Niederlagen. Es war eine Achterbahnfahrt, die der FC Muri vor allem in der zweiten Saisonhälfte durchlebte, nachdem in der Winterpause unter anderem die Abgänge von Vize-Captain Michael Hohl, Emir Sinanovic und Guilherme Fioravanti, sowie der Torhüter Reto Felder und Yves Frey verkraften werden mussten. Selbst Trainer Beat Hubeli war zunehmend ratlos und wusste nicht, wie er seine Mannschaft aus dem Tief führen sollte.

So entschied die sportliche Leitung des Vereins, Hubeli, der Ende Saison ohnehin abgetreten wäre, für die letzten beiden Spiele durch René van Eck zu ersetzen. Unter der Leitung des Holländers, der fast neun Jahre beim FC Luzern gespielt hatte, holten die Murianer im zweitletzten Spiel zu Hause gegen den SC Buochs den entscheidenden letzten Punkt im Kampf um den Ligaerhalt. «René van Eck hat frischen Wind rein gebracht und mit seiner Präsenz und seinem Fachwissen die Spieler nochmals motivieren können. Er hat seinen Teil zum Ligaerhalt beigetragen. Wir waren froh, dass wir ihn so kurzfristig verpflichten konnten», so Käppeli.

Mehr Teamgeist gefordert

Nach einer derart verkorksten Meisterschaft und dem klar verpassten Saisonziel zeigt sich der Sportchef aber durchaus auch selbstkritisch. «Wir müssen uns selber an der Nase nehmen. Gewisse Personalentscheide waren nicht gerade glücklich und im Nachhinein würden wir auch nicht mehr so früh bekannt geben, dass Trainer Beat Hubeli Ende Saison aufhört. Möglicherweise hat dies dazu geführt, dass einige Spieler nicht mehr alles gegeben haben», so Käppeli. «Am Ende haben wir aber den Ligaerhalt geschafft, und nur das zählt.»

Klar ist, dass sich in der neuen Saison einiges ändern muss. Dessen ist sich auch der Sportchef bewusst. «Wir stecken bereits mitten in der Planung und haben mit Fabian Burkard von der U23 des FC Wohlen und Simone Parente vom FC Lenzburg bereits zwei Neuzugänge zu vermelden. Wir wollen zudem noch mindestens einen Stürmer und einige junge, hungrige Spieler aus der Region verpflichten, um mehr Kitt in der Mannschaft zu haben», sagt Käppeli, der für die kommende Spielzeit mehr Teamgeist fordert und eine Mannschaft, die in jedem Spiel 110 Prozent Einsatz zeigt. Die Marschrichtung für den neuen Trainer Carmine Pascariello, der die Equipe übernehmen wird, ist damit klar.