Wohlen
Der erste Ortspfad führt durch die Strohstadt Wohlen

Der Verein Erlebnis Freiamt wartet mit einer neuen Attraktion auf, die im Herbst eingeweiht wird: Ortspfad Wohlen.

Dominic Kobelt
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Heini Stäger stellte das Projekt Ortspfad Wohlen vor.

Heini Stäger stellte das Projekt Ortspfad Wohlen vor.

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«Wo hört eigentlich das Freiamt auf? Manche sagen in Boswil. Die haben das Gefühl, es gehe mitten durch ihr Wohnzimmer, und die Küche gehöre dann nicht mehr dazu.» Heini Stäger weiss dagegen sehr gut, dass das Freiamt noch weiter geht und auch Wohlen ein wichtiger Teil davon ist.

Ab kommendem Herbst erhalten alle, die die Gemeinde auf eigene Faust erkunden möchten, eine Wegleitung dazu: Der Wohler Ortspfad führt an vielen interessanten Gebäuden und Plätzen vorbei und vermittelt historische Fakten. Stäger führte die Mitglieder vom Verein Erlebnis Freiamt am Mittwoch bereits durch den Ort und zeigte, was es in Wohlen alles zu entdecken gibt.

Stroh und Strau

Bekannt ist Wohlen für seine Strohindustrie. Hier wusste Stäger viele überraschende Details anzumerken: «Die Wohler sagten eigentlich immer ‹Strau›. Es gab schon solche, die Stroh sagten, aber das waren nicht die, die damit arbeiteten, sondern die, die damit Geld verdienten.» Ein anderes relativ unbekanntes Relikt in diesem Zusammenhang ist das Manufakturgebäude Jakob Isler, das eine einzigartige Eingangspartie hat.

Auch über das frühere ‹Kaufhaus Kapitol› an der Bahnhofstrasse wusste Stäger Interessantes zu berichten. Als es gebaut wurde, hätten viele Leute den Kopf geschüttelt: «Das war ein sehr modernes Gebäude für Wohlen, mit all den Rundungen, ganz ohne Ecken und Kanten.» Über den Sternen wusste Stäger zu berichten, dass er nicht ganz symmetrisch ist und dass das Emanuel-Isler-Haus bei seiner Erbauung das teuerste in Wohlen war – doppelt so teuer wie das zweitteuerste.

Natürlich durfte auf der Tour durch Wohlen auch ein Zwischenhalt beim Strohmuseum nicht fehlen. Denn auch hier gibt es noch viel zu entdecken, zum Beispiel einen rund 200 Jahre alten Baum. Auf dem Ortspfad, der voraussichtlich im Herbst eingeweiht wird, werden 23 Sehenswürdigkeiten zu entdecken sein.

Erlebnis Freiamt auf gutem Weg

An der anschliessenden GV von Erlebnis Freiamt unterrichtete Präsident Peter Hägler die Mitglieder, wie das Vereinsjahr verlaufen ist. Wichtigster Punkt war die Finanzierung: Im Bezirk Muri bezahlt die Repla, im Bezirk Bremgarten die meisten Gemeinden einen Beitrag von 25 Rappen pro Einwohner. Dank diesen und weiteren Beiträgen von Bund und Kanton ist der Verein solide aufgestellt. Trotzdem: Ohne viel freiwillige Arbeit käme das enorme Angebot nie zustande.

Der Verein erfuhr auch personelle Veränderungen. Verabschiedet wurde der langjährige Präsident Erich Näf und Katharina Stäger, neu gewählt wurden Rosmarie Groux aus Berikon und Herbert Strebel aus Muri.