Dottikon
Der Email-Virus lässt den Dottiker Ruedi Kolb nicht los

Alte Email-Schilder haben längst nicht nur Kultstatus erlangt, sie gelten heute als Kunstobjekte. Der Dottiker Grafiker Ruedi Kolb sammelt sie seit über 20Jahren und verfügt über eine beeindruckende Kollektion. Jetzt lädt er zur 20. Sammlerbörse.

Toni Widmer
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Ruedi Kolb aus Dottikon sammelt alte E-Mail-Schilder
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Ruedi Kolb aus Dottikon sammelt alte E-Mail-Schilder

AZ

Ruedi Kolb faszinieren nicht nur die Email-Reklameschilder. Als Grafiker interessiert ihn vor allem auch die Geschichte dahinter: «Was hat man damals überlegt? Wen wollte man auf welche Weise ansprechen?»

Der Grafiker mit eigenem Atelier in Dottikon ist davon überzeugt, dass die Werber von damals einen guten Job gemacht haben: «Da waren Spitzenleute am Werk, die den Nerv der Konsumenten getroffen und die Lust auf das jeweilige Produkt geweckt haben.»

Auffallend an vielen Schildern von damals ist der Einbezug von eleganten, offensichtlich gut situierten Menschen in die Werbung: «Damit hat man die natürliche Sehnsucht nach Reichtum und Wohlergehen geweckt und dem Konsumenten suggeriert, wenn er dieses oder jenes Produkt kaufe, gehöre er dazu», sagt Kolb.

Er selber sammelt seit über 20 Jahren, und seine Kollektion wird von internationalen Fachkreisen als eine der qualitativ besten überhaupt bewertet.

Kolb stellt Qualität weit vor Quantität: «Ich habe schon oft ein paar weniger schöne Schilder verkauft, um dafür eines zu erwerben, das mich von seiner Qualität her mehr überzeugt.»

Dabei bedeutet Qualität für ihn nicht primär die optische Makellosigkeit eines Emailschildes. Für Kolb zählt primär der künstlerische Wert: «Mich sprechen vor allem die grafisch gut gestalteten Schilder an. Eine besondere Liebe entwickelte sich bei mir für die Schweizer Schokolade, aber auch die Raucherwaren, Getränke und hygienische Artikel bieten ein weites und hochstehendes Sammlerfeld», erklärte der Dottiker Sammler.

Heute Sonntag lädt Kolb zur 20. Sammlerbörse ins Hotel Bahnhof in Dottikon. Von 10 bis 15 Uhr präsentieren Sammler aus der Schweiz und angrenzenden Ländern ihre Kollektionen. Die Börse hat sich unter Fachleuten längst etabliert und gehört zu den besten Veranstaltungen ihrer Art.