Wohlen
Der Einwohnerratspräsident ist jetzt auch Ortsbürger

Die Ortsbürgergemeinde hat Einwohnerratspräsident Andrea Duschén als neuen Bürger aufgenommen. Dieser erklärte, woher sein Familiennamen stammt und was er unter Heimat versteht.

Jörg Baumann
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Der neue Ortsbürger Andrea Duschén mit dem obligaten Wohler Strohhut. BA

Der neue Ortsbürger Andrea Duschén mit dem obligaten Wohler Strohhut. BA

«Seine Heimat kann man überall finden. Für mich ist sie Wohlen», sagte Einwohnerratspräsident Andrea Duschén an der Ortsbürgergemeindeversammlung, nachdem er einhellig das Ortsbürgerrecht von Wohlen erhalten hatte. «Mein Vater betrachtete das Engadin als seine Heimat, meine Mutter Romanshorn und den Bodensee.» Sein Vater habe sich immer durchgesetzt, wenn es darum gegangen sei, wo die Familie die Ferien verbringen sollte. Es war immer das Engadin, bis auf ein einziges Mal, als die Wahl auf den Bodensee gefallen sei. Mit dem Resultat, dass der Vater nach kurzer Zeit Richtung Engadin abreiste.

Familiennamen leicht verändert

Duschén erklärte, wohl nicht zum ersten Mal, dass sein Familienname romanischen Ursprungs sei und deshalb die Endsilbe «én» betont werde. Er heisse also nicht einfach und gewöhnlich «Duschen». Weil es sein Vater langsam satt gehabt habe, dass sein Name falsch ausgesprochen wurde, habe er auf eigene Faust auf das «e» im Namen einen accent aigu gesetzt. «Der Tipp kam von einem Französischlehrer», berichtete der Neubürger. Die kleine Nuancierung sei aber nicht im Familienbüchlein oder im Pass eingetragen worden.

Vizeammann Paul Huwiler sang an der schwach besuchten Versammlung das hohe Lied der Ortsbürgergemeinde. Diese stehe für kulturelle Institutionen wie das Strohmuseum. Gemeinderat Ruedi Donat teilte mit, dass die totale Umnutzung des Forstwerkhofs in Wohlen noch nicht über die Bühne sei. Das sei ein komplizierter Vorgang. Weiter informierte Donat die Bürgerinnen und Bürger darüber, dass der Swisslos-Fonds des Kantons Aargau die Restaurierung der Wettersäule nachträglich mit einem Beitrag von 7500 Franken subventioniert habe.

In der Anfangsphase steht die Erschliessung von Ortsbürger-Gewerbeland im Wil. Donat sagte auch, dass es bei der Renovation des Schlössli keine Kostenüberschreitung geben sollte. Die nächste Bürgergmeind im Sommer 2018 werde in diesem Kulturhaus stattfinden. Bei der erfolgten Sanierung der «Sternen»-Gartenwirtschaft seien allerdings Mehrkosten zu erwarten; dies, weil die Mauersanierung aufwändiger gewesen sei als erwartet und man einen behindertengerechten Eingang erstellen musste.

Gute Zahlen

Die Verwaltungsrechnung und die Rechnung des Forstbetriebs Wagenrain wurden klar genehmigt, zumal sie gute Zahlen aufweisen. Der Verkauf von Holzschnitzel hatte weiter zugenommen. Allerdings verdiene der Forstbetrieb damit nicht direkt Geld, teilte Revierförster Leonz Küng mit. Im Anschluss begaben sich die Ortsbürgerinnen und –bürger unter Küngs Leitung auf den 60. Waldumgang. Besinnliche Worte zur Totenehrung sprach zum Abschluss die reformierte Pfarrerin Sabine Herold.