Wohlen
Der Einwohnerrat Wohlen möchte lieber den Spatz in der Hand

Obwohl die Aufteilung der Betriebskosten in den Niedermatten auch bemängelt wurde, stimmte der Rat klar zu. Klar gegen die Vorlage stellte sich nur die SVP – sie beantragte die Rückweisung des Geschäfts.

Dominic Kobelt
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Auch gestern gab es wieder lange Diskussionen im Einwohnerrat.

Auch gestern gab es wieder lange Diskussionen im Einwohnerrat.

Lukas Scherrer

Wie erwartet wurde an der gestrigen Einwohnerratssitzung intensiv über das Sportzentrum Niedermatten diskutiert. Konkret ging es um die künftige Aufteilung der Betriebskosten sowie die Beteiligung an den Erneuerungskosten.

Die Wohler Sportvereine Athleticum, Tennisklub und Fussballclub haben sich mit dem Gemeinderat geeinigt. Die Vereine sollen zukünftig 15 600 Franken an die Energiekosten zahlen, die sich um die 90 000 Franken bewegen.

Ausserdem sollen sie sich mit 2,6 Prozent an den Kosten beteiligen, die für Erneuerungen anfallen. Weiter haben die Vereine zugestimmt, die Parkplätze auf der Anlage künftig zu bewirtschaften. Ihr Einverständnis ist nötig, weil ihnen gemäss Grundsatzvereinbarung ein Benützungsrecht an den Anlagen
zusteht.

Mit kleinen Schritten zufrieden

Gegen die Vorlage stellte sich nur die SVP – sie beantragte die Rückweisung des Geschäfts. Jean-Pierre Gallati (SVP) bemängelte, dass die Energiekosten nicht pro Verein gemessen würden und damit kein Anreizsystem vorhanden sei, um diese zu senken. Kritik war auch aus anderen Ecken zu vernehmen: «Der Vertrag ist eine rechtliche Fehlkonstruktion», sagte etwa Thomas Geissmann (FDP). Die Vereine würden keine Miete bezahlen, müssten sich dafür aber an Erneuerungskosten beteiligen. Trotzdem sei das Kernanliegen erfüllt.

Von Links-Grün kamen Sympathiebekundungen zum Vorschlag der SVP, die Energiekosten zu senken. Anna Keller (Grüne) sagte etwa, sie habe bereits vor zehn Jahren einen Antrag gestellt, dass separate Stromzähler für die verschiedenen Anlageteile installiert würden, dies sei nicht zuletzt von der SVP abgelehnt worden. «Ich bin inzwischen auch mit einem kleinen Schritt zufrieden, deshalb werde ich dem Rückweisungsantrag der SVP nicht zustimmen.»

Thomas Hoffmann (CVP), Präsident der Finanzkommission, sagte es sei falsch, immer die Vereine an den Pranger zu stellen, hatte aber ebenfalls Bedenken: «Die Gemeinde weiss nicht genau, welche Unterhaltskosten in der Niedermatte wirklich anfallen. Das ist zu wenig transparent.»

Aber auch er zog den Schluss: «Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.» Gallati gab zu bedenken: «Wenn wir den Antrag zurückweisen, bleibt der Betrieb in der Niedermatten wie bis anhin bestehen, bis eine bessere Lösung erarbeitet ist.»

Diesem Argument folgten die anderen Parteien aber nicht. Sie stimmten Bericht und Antrag zu, änderten ihn allerdings noch leicht ab: Die Vereinbarung gilt vorerst die nächsten sechs Jahre. Ein Antrag von Urs Stäger (SVP), den Energiebeitrag der Gemeinde auf 60 000 Franken zu beschränken, wurde ebenfalls klar abgelehnt.

Informatik erhält Unterstützung

Das zweite wichtige Traktandum war ein Ausbau der Gemeinde-Informatik um eine 80-Prozent-Stelle. Dieses Begehren war vom Einwohnerrat am 24. November 2013 abgeblockt worden, jetzt kam das Traktandum erneut vor den Rat – «Die Lage ist ernst, wir müssen handeln», begründete Gemeindeammann Walter Dubler.

Das Netzwerk sei sehr langsam und für die Telefonanlage gäbe es keine Ersatzteile mehr, führte Anna Keller (Grüne) für die GPK aus. «Die Kunden können zum Teil nicht sofort bedient werden und müssen Wartezeiten in Kauf nehmen», sagte sie. «Es braucht dringend eine zusätzliche Person, damit Projekte aufgegleist werden können.»

Die meisten Ratsmitglieder glaubten dem Gemeinderat, dass die Stelle dringend geschaffen werden muss. Thomas Hoffmann (CVP) meinte zwar, dass das Geld besser in Hardware investiert würde und auch die SVP sah in einer zusätzlichen Stelle nicht die Lösung des Problems. Schliesslich wurde das Begehren aber klar bewilligt.

Der Jahresbericht der Schule Wohlen wurde zur Kenntnis genommen. Franz Wille beklagte, dass der Jahresbericht des Schuljahres 2012/2013 erst jetzt behandelt werden könne, das sei zu spät. «Der Bericht ist aber erschöpfend, ehrlich und übersichtlich.»

Die Motionen und das Postulat von der CVP-Fraktion zur Erhöhung der Gebäude- und Firsthöhen in der Kernzone und zur Schaffung von Hochhaus-Zonen wurden abgelehnt.

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