Berikon
Der Ehrenhexenmeister hat den Schlüssel schon vor der Übergabe

Ehrenhexenmeister André Koller erklärt, warum ihm die Fasnacht früher besser gefallen hat und warum es ihm nichts ausmacht, Konfetti aufzuwischen.

Dominic Kobelt
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André Koller sorgt dafür, dass viele Leute die Fasnacht feiern können, räumt aber nachher auch wieder auf. Dominic Kobelt

André Koller sorgt dafür, dass viele Leute die Fasnacht feiern können, räumt aber nachher auch wieder auf. Dominic Kobelt

Am 16. Februar übergibt der Gemeinderat Berikon den Schlüssel an den Ehrenhexenmeister. Dieses Jahr könnte er sich die Zeremonie sparen: Der Ehrenhexenmeister hat ihn nämlich schon. André Koller ist Leiter der Hausdienste und hat somit Zugang zu allen Liegenschaften der Gemeinde. Schmunzelnd zeigt er seinen Schlüsselbund. «Ja, das ist wahr, aber es ist eben ein symbolischer Akt», erklärt er. Seine Aufgaben an dieser Fasnacht seien vor allem repräsentativ: «Ich bin natürlich an allen Veranstaltungen dabei. Mir ist es wichtig, die Fasnacht wieder etwas präsenter zu machen, die Werbetrommel zu rühren und die Leute zum Mitmachen zu animieren.»

Traditionen aufleben lassen

Koller kennt die Beriker Fasnacht von Kind auf. Er ist in der Gemeinde aufgewachsen, auf einem Bauernhof, ging hier zur Schule. Er ist auf dem Mutschellen gut verwurzelt. Wie hat sich die Fasnacht im Dorf verändert? «Früher habe ich alle Leute gekannt, alle haben sich maskiert. Dann hat man versucht, die anderen an der Nase herumzuführen, weil sie nicht wussten, wer unter der Maske steckt.» Heute würden lang nicht mehr so viele mitmachen, es gebe halt auch viele Zugezogene, die mit der Fasnacht nichts anfangen könnten. «Es ist mein Wunsch, die Traditionen wieder aufleben zu lassen», sagt Koller. «Bei der Fasnacht geht es nicht darum, sich zu betrinken, sondern zusammen eine gute Zeit zu haben. Etwas Unfug machen. Damit meine ich nicht, Dinge zu zerstören, sondern im gesunden Rahmen Blödsinn zu machen.»

Der Fasnächtler hat auch schon bewiesen, dass er die Leute mit seiner Begeisterung anstecken kann. Für seine beiden Töchter hat er, als sie im Kindergarten waren, ein Fred-Feuerstein-Mobil gebaut. «Die Räder waren aus 200-Liter-Fässern, der ganze Kindergarten hatte auf dem Gefährt Platz», erinnert sich Koller. Seine Töchter sind heute 18 und 20 Jahre alt. Und konnte er sie mit dem Fasnachts-Virus infizieren? «Zumindest die eine. Sie ist jetzt am Gwändlinähen und ihr Terminkalender ist in nächster Zeit voll», sagt Koller, und in seiner Stimme schwingt Stolz mit. «Ihr ist es auch wichtig, dass sie an der Fasnacht immer verkleidet ist.»

Keine Mühe mit Konfetti

Als Leiter Hausdienste muss Koller nach der Fasnacht die Konfetti aufwischen. Ist das nicht eine mühsame Arbeit? «Nein, damit hatte ich nie Mühe. Es ist zwar schon so: Kaum ist das letzte Konfetti weg, beginnt die nächste Fasnacht», sagt er und lacht. Das dreiköpfige Team helfe jeweils schon nach dem Anlass beim Aufräumen.

Der begeisterte Fasnächtler hatte lange noch ein anderes Hobby: Die Feuerwehr. «Damit habe ich aber aufgehört. Stattdessen habe ich mich geschäftlich weitergebildet», erklärt Koller. Dank der Weiterbildung ist er jetzt eidgenössisch diplomierter Hauswart und zudem Prüfungsexperte für Fachmann Betriebsunterhalt, Fachrichtung Hausdienst. In der Gemeinde Berikon werden zwei Lehrlinge auf diesem Beruf ausgebildet. «Für andere Hobbys bleibt nicht mehr viel Zeit, denn ab und zu helfe ich meinem Bruder auf dem Bauernhof aus», sagt Koller.

Fasnacht Berikon:

Schlüsselübergabe: 16. Februar

Vereinsfasnacht: 17. Februar

Kinderumzug/Fasnachtsball: 18. Februar

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