Oberwil-Lieli

Der ehemalige Kreisförster Jansen wurde von spanischen Gaunern überfallen

Nicht nur in der Nacht bergen spanische Autobahnen und Raststätten ihre Gefahren.

Nicht nur in der Nacht bergen spanische Autobahnen und Raststätten ihre Gefahren.

Trotz grosser Vorsichtsmassnahmen: Erwin Jansen wollte mit seinem Wohnwagen bis zum Felsen von Gibraltar reisen, wurde aber Opfer von spanischen Gaunern. Dennoch macht er sich bald wieder auf den Weg nach Süden.

Das hat sich Erwin Jansen aus Oberwil-Lieli anders vorgestellt: Vor einer Woche mit einem kleinen Wohnwagen abgefahren für eine zweimonatige Reise bis zum Felsen von Gibraltar, ist er jetzt wieder zu Hause – auf der spanischen Autobahn überfallen, zudem während der Nacht, auf einer überwachten Autobahnraststätte, Opfer von professionellen Räubern. Er ist vorübergehend zurückgekehrt, um die Schäden am Auto und am Wohnwagen zu beheben, sich ein neues Smartphone zu beschaffen, sich neu auf die Reise vorzubereiten.

Dank Sicherheitsvorkehrungen erbeuteten die Diebe glücklicherweise seine Ausweise, Kreditkarten, Bargeld, Navigationsgerät und Fernglas nicht. Weiter will er in der Zeitung auf den krassen Vorfall nicht eingehen. Nur so viel: Er wird mit neuen Erkenntnissen und einer neuen Route Richtung Süden fahren.

Erwin Jansen in seinem Wohnwagen. Etwas mehr Kopffreiheit gibt es mit dem Hubdach.

Erwin Jansen in seinem Wohnwagen. Etwas mehr Kopffreiheit gibt es mit dem Hubdach.

Jansen ist Opfer von organisierten Dieben geworden. Wie sie vorgehen, zeigt eine aktuelle Warnung der Zürcher Staatsanwaltschaft. Diese hält in einer Mitteilung fest, dass die Tricks, mit denen in Südostspanien auf der Autobahn gearbeitet werde, um Touristen auszuplündern, immer gerissener werden, und dass sich in letzter Zeit Meldungen über Raubüberfälle auf der Ostküstenautobahn A7 wieder gehäuft hätten. Die Gauner hätten mittlerweile ihre alte Methode «Ablenken und Ausrauben» verfeinert und würden jetzt oft in Uniformen der Autobahngesellschaft Acesa (Katalonien) und Aumar (südlich von Tarragona bis Alicante) auftreten.

Ganoven auf Rastplätzen

«Abgesehen von Autobahnen nehmen die Ganoven auch vermehrt bewachte Raststättenparkplätze ins Visier. Die Überfälle laufen alle mehr oder weniger nach dem gleichen Muster ab. Die Touristen in ihren Autos werden per Handzeichen auf Pannen aufmerksam gemacht und dazu gebracht, auf dem Standstreifen anzuhalten. Dann werden die Touristen abgelenkt, während sich der Partner an den Sachen im Auto bedient», schreibt die Zürcher Staatsanwaltschaft. «In letzter Zeit nun tauchen vermehrt Übergriffe auf, bei denen die Überfälle regelrecht vorbereitet werden. Die Gauner versuchen, schon auf Tankstellen oder Rastplätzen, die Reifen der Autos anzustechen oder mit einer ätzenden Flüssigkeit zu bespritzen, sodass eine Panne vorherzusehen ist.»

Nicht anhalten

Ist der Überfall ausgeführt, würden die Täter meist über gebührenfreie Grossstadtumgehungen verschwinden, da diese über keine Zahlstellen verfügen und somit eine schrankenlose Fluchtmöglichkeit bestehe. «Sind diese Überfälle früher hauptsächlich auf dem Teilstück zwischen der französischen Grenze und Barcelona vorgekommen, treten sie inzwischen auch vermehrt im Grossraum Valencia auf.» Polizei, Auswärtiges Amt sowie Automobilklubs raten deshalb, sich auf solche Situationen auf der Autobahn A7 gen Süden einzustellen.

Folgende Ratschläge werden von diesen Institutionen ausgegeben: Niemals auf dem Seitenstreifen anhalten, auch wenn Handzeichen gegeben werden. Keinem Unbekannten vertrauen, nur Personen in Uniform mit Ausweis. Hegen Sie Misstrauen gegenüber Hinweisen über Schäden an ihrem Auto (wie zum Beispiel ein brennendes Auspuffrohr oder ein platter Reifen). Halten Sie nur auf Raststätten und vermeiden Sie unbewachte Parkplätze. Schliessen Sie Ihr Fahrzeug ab und schalten Sie die Alarmanlage ein, lassen Sie keine Gegenstände im Auto liegen. Halten Sie im Pannenfall an der nächsten Notrufsäule. Versichern Sie sich, dass der Abschleppwagen von der angeforderten Firma von Acesa oder Aumar ist. Versuchen Sie, Mobiltelefon und Kamera bereitzuhalten, falls etwaige Hilfsforderungen auf Sie zukommen; meist lassen sich die Täter davon abschrecken.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1