Wohlen

Der Dreck muss weg: Abfallproblem wird mit Plakaten und Video bekämpft

Peter Eberhard (Fachstelle Umweltschutz, links) und Gemeinderat Ruedi Donat vor einer Plakatwand zum Thema Abfallentsorgung.

Peter Eberhard (Fachstelle Umweltschutz, links) und Gemeinderat Ruedi Donat vor einer Plakatwand zum Thema Abfallentsorgung.

Tonnenweise landen in Wohlen die Abfälle auf Strassen und Plätzen statt in den aufgestellten Kübeln. Gegen diese weit verbreitete Unsitte, das sogenannte Littering, lanciert die Gemeinde eine Aufklärungsaktion.

«Der Dreck muss weg»: Diesem Motto begegnet die Wohlen Bevölkerung in den nächsten drei Wochen auf Schritt und Tritt. Gemeint ist dieses Mal nicht, dass sich das politische Klima im Dorf verbessern sollte. Vielmehr wollen 15 Jugendliche auf 45 Plakaten den Einwohnern begreiflich machen, dass die Unart gestoppt werden muss, Abfälle nicht ordnungsgemäss zu entsorgen, sondern einfach auf die Strasse zu werfen.

Abfallentsorgung ist teuer

«Unsere Aufklärungsaktion ist als Erziehungsmassnahme zu verstehen», sagte Peter Eberhard, Leiter der Fachstelle Umweltschutz in Wohlen, beim Start der Plakataktion. Denn beim Abfall auf der Strasse gibt es nicht nur Opfer, die dafür zahlen müssen, sondern auch Täter - und das sind beileibe nicht immer die sattsam bekannten schlecht erzogenen Jugendlichen.
250 000 Franken im Jahr muss die Gemeinde Wohlen allein für die Entsorgung von Abfällen aufwenden, die aus den Kehrichtkörben, aber auch von der Strasse, von Plätzen und aus der Bünz gefischt werden müssen, schätzt Eberhard. «Eine Arbeit, die höchst unangenehm ist», erklärt der Umweltschutzbeauftragte.

Die Aktion unter der Federführung der Organisation Peopletalk in Aarau konnte viele freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kampf gegen die Abfallflut begeistern. Dahinter stellen sich die Einwohnergemeinde, der Swisslos-Fonds des Kantons Aargau, die Reformierte Kirchgemeinde Wohlen und der Verein Jugend und Freizeit Wohlen.

Dokumentationsfilm zum Thema

Ein engagiertes Team mit Regisseur Roy Buschbaum arbeitet derzeit an einem 50 Minuten langen Videodokumentationsfilm. Junge Videojournalisten befragten auf der Strasse das Volk, Vertreter von Bauamt und Polizei und auch Gemeindeammann Walter Dubler zum Thema. Der Filmtitel ist zugleich Programm: «Wir räumen auf».

Gemeinderat Ruedi Donat hält die Aktion und das Filmprojekt für sinnvoll. «Wir müssen etwas gegen die illegale Abfallentsorgung unternehmen», sagt er. Eine Steuergruppe entwickelt Vorschläge gegen das Problem. Diese werden an die Natur- und Umweltkommission weitergeleitet, die darauf konkrete Anträge an den Gemeinderat formuliert.

Auf der Homepage www.wohlen.peopletalk.ch wurde ein Diskussionsforum aufgeschaltet, auf dem die Bevölkerung ihre Meinung äussern und Ideen einbringen kann.

Meistgesehen

Artboard 1