Der Chappelehof soll ein Juwel bleiben

Das gemeinnützige Begegnungszentrum mit Baujahr 1967 muss saniert werden – das neue Projekt soll 12,4 Mio. Franken kosten.

Andrea Weibel
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So könnte der Wohler Chappelehof in wenigen Jahren aussehen: Fast wie bisher, nur saniert, verbessert und mit Anbau für Aussentreppe und Lift (im Vordergrund).

So könnte der Wohler Chappelehof in wenigen Jahren aussehen: Fast wie bisher, nur saniert, verbessert und mit Anbau für Aussentreppe und Lift (im Vordergrund).

Bild: Visualisierung/zvg

Er sei ein architektonisches Juwel, sagt André Konrad, Architekt der Wohler Hegi Koch Kolb + Partner Architekten, über den Chappelehof. Ein Abriss und Neubau waren nie wirklich Thema, stattdessen soll die Grundidee des gut 50-jährigen Gebäudes aufgefrischt werden: «Eine Stätte der Begegnung für alle Altersstufen und sozialen Schichten», was beim Bau 1967 revolutionär war. Gestern Donnerstag gab die Projektsteuerungsgruppe des Vereins St.Leonhard das neue Projekt bekannt, das von der Wohler Architektengruppe erstellt worden ist. Dabei gibt es viele Ideen, um die Abläufe im «Chappi» zu erleichtern und Mängel zu beheben. Darauf warten nicht nur die Mieterinnen und Mieter schon lange. Erst müssen allerdings die 12,4 Mio. Franken gestemmt werden. Doch die Initianten um Vereinspräsident und Gemeinderat Paul Huwiler sind enthusiastisch: 2021 soll die Baueingabe erfolgen, 2022 bereits der Spatenstich, hoffen sie.

Ein Restaurant gehört auf jeden Fall zum Chappelehof

Zur Erinnerung: 2012 lag ein Projekt für 14,8 Mio. Franken auf dem Tisch. Doch als sich die katholische Kirche, die bisher fast die Hälfte an Sanierungskosten bezahlte, zurückzog, musste der Verein wieder bei null anfangen.

Das neue Projekt will den Chappelehof in seinen Grundzügen lassen, wie er ist. Unbedingt soll wieder ein Restaurant darin unterkommen, sagt Huwiler. «Die Kündigung der Kulturbeiz hat uns erschüttert. Aber wir waren uns einig, dass eine Begegnungsstätte ohne Restauration nicht funktioniert.» Im Projekt wurden, gelenkt durch die Erfahrungen der «Kulti»-Inhaberinnen, die langen Gänge und die schlechte Raumaufteilung verbessert.

Ganz wichtig sind der Projektgruppe auch die oberen Geschosse, in denen neben Büro- und Vereinsräumen auch Alterswohnungen untergebracht sind. «In jenen Wohnungen direkt über dem Chappelehofsaal ist die Lautstärke bei Veranstaltungen fast nicht auszuhalten», sagt Andy Bächer, der als Hauswart für die Wohnungen zuständig und auch in der Planungsgruppe beteiligt ist. «Dort sollen künftig beispielsweise Praxen mit Tagesnutzung der Räume untergebracht werden, sodass die Lärmemissionen vom Saal abends niemanden stören.» Huwiler fügt an: «Uns ist sehr wichtig, dass wir weiterhin günstige Alterswohnungen anbieten können, das ist unsere Aufgabe als gemeinnütziger Verein. Und es bringt auch für die Gemeinde Vorteile.»

«Die Bibliothek im Chappelehof wäre ganz toll»

Apropos Gemeinde: Vor einigen Wochen wurde der Gemeinderat in zwei politischen Vorstössen aufgefordert, zu prüfen, ob beispielsweise die Bibliothek in den Chappelehof integriert werden könnte. «Das wäre toll», findet Andrea Fuchs, Vorstandsmitglied des Vereins St. Leonhard. «Wir hätten Platz, und es würde wunderbar in unser generationenübergreifendes Konzept passen. Doch das ist Sache der Gemeinde.»

Abgesehen von Restaurant, Saal und anderen wichtigen öffentlichen Räumen wie der Plattform im Untergeschoss sollen auch die Kegelbahn und Räume für Jungwacht/Blauring, den Samichlausverein, die Mütter-/und Väterberatung und weitere Institutionen weiterhin Platz im «Chappi» haben. Einige Wände müssen im laufenden Betrieb ersetzt werden, dazu wird die Ölheizung einer nachhaltigen Lösung weichen und auf das Dach kommt eine Fotovoltaikanlage. «Nun sind wir auf Stiftungen und Private angewiesen, um die Kosten stemmen zu können», sagt Andrea Fuchs. Paul Huwiler fügt hinzu: «Wir haben keinen Plan B, der Chappelehof muss saniert werden. Aber wir sind überzeugt, dass wir das schaffen.» Zuerst stimmt der Verein am 17. November über den Projektierungskredit von 870000 Franken ab.