Tierschutz
Der Biber wird auch im Freiamt wieder heimisch

Auch im Freiamt ist der Biber auf dem Vormarsch. Im Reusstal sind viele Spuren zu entdecken. Josef Fischer, Geschäftsführer der Stiftung Reusstal, kennt den grössten einheimischen Nager.

Andrea Weibel
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«Bereits seit 2001 halten sich Biber rund um Rottenschwil auf», weiss Josef Fischer. «Zuerst war es wohl nur ein Einzeltier, doch seit einigen Jahren gibt es mindestens eine Familie.» Die ersten Biber nach der Ausrottung in der Schweiz seien im Freiamt bei Eggenwil aufgetaucht, wo sie aber vorerst durch das Kraftwerk in Bremgarten gestoppt wurden.

«Die Tiere mussten einen Weg um das Stauwehr herum finden. Keine einfache Aufgabe, denn an Land sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt», so Fischer.

Die Biber-Zahlen sind aber ermutigend. So wurden 2009 bei Eggenwil vier Reviere gezählt. Bei Rottenschwil wurden zudem Hinweise auf eine zweite Biberfamilie gefunden.

Hunde gefährden Jungbiber

«Wer einen Biber in freier Natur sehen will, braucht vor allem viel Glück», weiss Fischer. Er selbst hat sie nur durch Zufall erblickt. «Es gibt keinen Ort und keine Tageszeit, wo man sie regelmässig sehen kann.» Ein Problem seien frei laufende Hunde, die dem Biber nachstellen würden. Jährlich werden mehrere von Hunden totgebissene Jungbiber gefunden. Laut Gesetz gilt dies als Wilderei und wird entsprechend bestraft. «Erwachsene Biber können bei einem Angriff den Hunden selbst gefährlich werden. Darum sollten die Haustiere an die Leine genommen werden, wenn Biberspuren in der Nähe sind», macht Fischer bewusst.

Bei uns im Reusstal ernährt sich der Biber zu rund 90 Prozent von Weiden. «Das sind Pionierbäume, die sehr schnell ausschlagen und einen Biberverbiss gut ertragen.» Die typischen Dämme haben die Biber bisher jedoch nur in einem Seitenarm der Reuss in Fischbach-Göslikon gebaut. «Im Hauptarm ist die Strömung zu stark, um von einem Wehr aus Holz gebrochen zu werden.»