Arni

Der «Biber» braucht einen neuen Bau

Solche Luftnummern sind nur mit einem mindestens 8 Meter hohen Trainingsraum möglich. So einen zu finden, ist nicht immer einfach.

Solche Luftnummern sind nur mit einem mindestens 8 Meter hohen Trainingsraum möglich. So einen zu finden, ist nicht immer einfach.

Der Jugend Circus Biber braucht einen neuen Trainingsraum. Der soll durch Crowdfunding finanziert werden.

Sie trainieren seit 18 Jahren in der «Biberschür», so nennen der stellvertretende Präsident und Projektleiter Daniel Walter und die Mitglieder des Jugend Circus Biber ihren Trainingsraum, eine Scheune in Arni, liebevoll. Ende dieses Jahres soll damit jedoch Schluss sein.

«Uns wurde der Mietvertrag per Ende 2018 gekündigt», erklärt Walter. Vermutlich müsse die Scheune einem Bauprojekt weichen. Ein Schicksal, das sie mit vielen anderen teilt. Das soll aber keineswegs das Ende des heute 33-jährigen Zirkus bedeuten. «Wir sind schon länger an der Planung eines Neubaus», erzählt der Zirkusfan.

Der sei vor allem für ein langfristiges Bestehen des Zirkus sehr wichtig: «Für nächstes Jahr haben wir eine andere Scheune hier in Arni gemietet. Das ist aber nur eine Übergangslösung. Wir haben keinen langfristigen Mietvertrag.»

Kein Zirkus ohne Luftnummern

Ein Gebäude fürs Zirkus-Training sei grundsätzlich schwierig zu finden. Das liege hauptsächlich daran, dass der Trainingsraum etwa 8 Meter hoch sein muss. «Vor allem für unsere Luftnummern ist diese Raumhöhe unverzichtbar», erklärt Walter.

Ohne Luftnummern, wie jene mit Trampolin oder Tüchern, sei die Attraktivität des Show-Angebots für die Jugendlichen sowie für das Publikum extrem eingeschränkt. Auch Turnhallen und Mehrzweckhallen seien keine Lösung für den «Biber». «Der Auf- und Abbau aller Installationen ist sehr aufwendig. Das andauernd zu machen, würde sich einfach nicht lohnen.»

Es blieb also nur ein Neubauprojekt. Der Standort Arni war für den Verein bereits gesetzt. «Etwa die Hälfte der 50 Kinder bei uns kommen aus Arni. Der Rest aus umliegenden Gemeinden. Ein Standortwechsel kam nie infrage.»

Gemeinsam mit der Gemeinde wurde deshalb bereits im vergangenen Jahr das Projekt Neubau definiert und geplant. «Die Gemeinde hat uns unterstützt, so gut sie nur konnte. Dafür sind wir sehr dankbar», merkt Walter an. «Der Neubau soll als Erweiterungsbau des Werkhofs in Arni erstellt werden können.» Die Kosten belaufen sich etwa auf eine Million Franken.

Beim Geld heissts alles oder nichts

Wie will der Zirkus so viel Geld zusammenbringen? «Einen Grossteil werden wir versuchen, über Stiftungen und Firmen zu bekommen.» So wird er das Projekt nächste Wochen beim Departement Bildung, Kultur und Sport vorstellen. «Dort wird entschieden, wohin die Gelder aus dem Swisslos-Fonds gehen.»

Um nicht nur mit Plänen, sondern auch mit etwas Konkretem dazustehen, wurde vor einigen Wochen eine Crowdfunding-Aktion über die Website ibelieveinyou.ch ins Leben gerufen. Das ist ein Online-Aufruf zur finanziellen Unterstützung. Jeder kann beliebig viel spenden und erhält als Dankeschön je nach Höhe des einbezahlten Betrags verschiedene Geschenke. Bei 5000 Franken wird einem beispielsweise das Zirkuszelt, welches den Sommer über in Arni steht, für Firmenanlässe zur Verfügung gestellt. Für 250 Franken, erhält man eine Trainingsstunde in der Manege.

Der gewünschte Endbetrag, in diesem Fall 60 000 Franken, wird allerdings nur dann an den Zirkus ausbezahlt, wenn er innert einer vorgegebenen Frist erreicht wird. «Das ist auch gut so. Es ist eine Art Garantie für jeden Schenker. Sein Geld wird nur dann verwendet, wenn wir genug sammeln können, um unser Vorhaben auch wirklich zu realisieren. So wird das Geld sicher nicht zweckentfremdet.» Im Sommer sollen zusätzliche Aufführungen für Mehreinnahmen zugunsten des Bauprojektes sorgen.

Etwa drei Wochen bleiben den Bibern noch, bis die Spendenaktion abläuft. «Ich bin zuversichtlich. Wir haben viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Ich denke, das haben viele mitbekommen.» Bis jetzt zumindest schon über 100 Leute, die gemeinsam über 25 000 Franken gespendet haben.

«Wenn das nicht klappen sollte, dann werde ich wohl nochmals ernsthaft über die Bücher gehen müssen», überlegt Walter laut. Der stellvertretende Biberpräsident hofft jedoch, dass diese Bücher geschlossen und die Manege auch in den kommenden Jahren frei bleiben werden.

Spenden Mehr Infos zur Aktion und dem Zirkus finden Sie unter www.biberbau.info

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