Es wird bereits gearbeitet im künftigen Museum Caspar Wolf: Handwerker bauen spezielle Fenster ein, wo schon im nächsten Jahr die einmaligen Kunstwerke des berühmten Murianer Alpenmalers zu sehen sein werden. Mit dem Ausbau des Singisenflügels entsteht, zusammen mit dem bereits bestehenden Museum Kloster Muri, dem Museum für medizinhistorische Bücher Muri, dem Besucherzentrum mit Café und Shop sowie einem neuen Singisenforum ein modernes Kultur- und Begegnungszentrum.

«Der Kauf des Singisenflügels durch Franz Käppeli und das Versprechen, das Gebäude bis spätestens 2027 der Stiftung Murikultur zu schenken, eröffnet neue Perspektiven zur Bündelung der Museums- und Ausstellungsaktivitäten an einem Ort», hält die Stiftung Murikultur fest. Konkret geht es um die Einrichtung des Museums Caspar Wolf und die räumliche Infrastruktur eines neuen Forums im ersten und teilweise zweiten Obergeschoss des Singisenflügels. Die Familie Käppeli unterstützt das Vorhaben, das Investitionskosten von rund 2,3 Mio. Franken verlangt, mit einem substanziellen Startbeitrag. Auch der Swisslos-Fonds des Kantons hat einen namhaften Beitrag bewilligt. «Wir sind hoch erfreut und dankbar»,sagt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Murikultur. «Im Frühjahr 2019 wollen wir das Museum Caspar Wolf mit Singisenforum und Singisenatelier eröffnen», unterstreicht Holdener. Das ursprüngliche Singisenforum wurde vor vier Jahren zugunsten des neuen Besucherzentrums geschlossen.

«Herzstück»

Herzstück der neuen Museumslandschaft werde das Museum Caspar Wolf sein, hält die Stiftung fest. Damit erhalte der wohl berühmteste Sohn Muris endlich eine seiner Bedeutung angemessene Heimstätte. Caspar Wolf (1735–1798) gilt heute als wichtigster Schweizer Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts und als Pionier der Alpenmalerei. Als ergänzender Pol wird auch das «Singisenforum» für zeitgenössische Kunst wieder eine Heimat finden. Geplant sind hier Ausstellungen von zeitgenössischen, regionalen Kunstschaffenden sowie ein Atelier für Kunst- und Kulturvermittlung – das neue «Singisenatelier». Die flexible Infrastruktur ermöglicht selbst Veranstaltungen Dritter. «Der Ausbau des Singisenflügels rundet so – zusammen mit dem bereits bestehenden Museum Kloster Muri und dem Museum für medizinhistorische Bücher Muri (Privatmuseum von Franz Käppeli) die Aktivitäten im Bereich Museen und bildende Kunst sinnvoll ab.»

Die Umsetzung erfolgt durch ein Projektteam, dem unter der Leitung von Robert Häfner, Präsident von Murikultur, unter anderem das beauftragte Architekturbüro GIPA aus Wädenswil, der Museumsfachmann Peter Fischer (ehemaliger Direktor Kunstmuseum Luzern und Zentrum Paul Klee, Bern) und die Geschäftsführerin von Murikultur Heidi Holdener angehören.

Leuchtturm noch heller

Der Kanton Aargau hat Muri 2011 als einen von neun kulturellen Leuchttürmen des Kantons ausgezeichnet und fördert Murikultur seither mit einem jährlichen Beitrag an den Betrieb der Geschäftsstelle. Die direkten Kosten der kulturellen Aktivitäten werden zu einem überwiegenden Teil von Kreisen aus dem unmittelbaren Umfeld des Ortes getragen. In den letzten fünf Jahren konnte so in den Erhalt und zeitgemässen Ausbau einer Infrastruktur für die Museen investiert werden, insbesondere in den Ausbau des Museums Kloster Muri, der durch die Dr. Franz Käppeli-Stiftung ermöglicht wurde. Mit dem Erwerb des Singisenflügels und der Realisierung des Museums für medizinhistorische Bücher setzte Käppeli ein weiteres Zeichen der Ortsverbundenheit und des kulturellen Engagements.