Muri
Der Bauernverband Aargau baut im «Roos» aus

Die Gemeinde Muri vermietet die Aula der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule an den Bauernverband Aargau. Dieser wird im «Roos» zusätzliche Büroräume schaffen.

Eddy Schambron
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Eddy Schambron

Was die Aula der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule in Muri und dem heutigen Zentrum Im Roos ausmachte, die stufenartige, enge Bestuhlung, ist jetzt schon in Rumänien: Der Gemeinderat Muri überlässt den Platz dem Bauernverband Aargau, der zusätzliche Büroräume benötigt. Damit einher geht auch eine grundsätzliche Beurteilung des Zentrums über die zukünftige Nutzung.

Klar ist für den Gemeinderat, der das Zentrum auch schon einmal verkaufen wollte, dass das Roos kein vollwertiger Schulstandort sein kann. Dafür wären sieben bis acht Abteilungen und eine Turnhalle nötig. «Abgesehen davon ist der Standort schlecht, da doch etwas peripher», sagt Gemeindepräsident Hampi Budmiger. Letzteres gilt auch für einen Verwaltungsstandort.

Auf der anderen Seite wollen der Bauernverband Aargau und seine angegliederten Partner auch längerfristig im Roos bleiben und zusätzlichen Raum belegen. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, das Zentrum Roos in dieser Weise weiterhin zu nutzen. Der Bauernverband mietet zusätzlich die Aula und baut diese auf eigene Kosten um. Die anderen bisherigen Mieter bleiben. «Wir wollen mit ihnen partnerschaftlich in die Zukunft gehen.»

Werterhaltung

Das heisst aber auch, den Wert der Liegenschaft zu erhalten. In den nächsten ein, zwei Jahren sollen vor allem am Altbau von 1956 notwendige Sanierungen vorgenommen werden. Im Investitionsplan wird in den Jahren 2019/20 ein Betrag von 1,85 Mio. Franken für die Werterhaltung des Zentrums eingestellt. Zusätzlich will der Gemeinderat für die Liegenschaft im Rahmen der laufenden Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung und Zonenplanung eine Spezialzone schaffen; heute ist sie in der Zone für Öffentliche Bauten und Anlagen.
Eine Spezialzone wird deshalb als notwendig erachtet, «weil es sich um eine bestehende, grossräumige Anlage mit räumlichem Entwicklungspotenzial handelt». Eine von der Landwirtschaftszone umgebene Inselbauzone sei aus raumplanungsrechtlicher Sicht nicht vorbehaltlos genehmigungsfähig. «Es bedarf einer genauen Situationsanalyse sowie einer fundierten Begründung.»

Die Einwohnergemeindeversammlung von Juni 2003 stimmte dem Kauf des damaligen Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) vom Kanton für 4 Mio. Franken zu und genehmigte 250 000 Franken für Einrichtungs- und Inventarkosten. Mit ein Grund für den Kauf war die Schulraumknappheit und möglicherweise die Idee des Kantons, hier 200 Asylbewerber unterzubringen.
Nach dem Kauf der Gebäude war das Zentrum Im Roos, wie es neu hiess, relativ schnell belegt. Vom Kanton verkauft wurde auch der Gutsbetrieb der ehemaligen landwirtschaftlichen Bildungsstätte. Der Regierungsrat hatte aus den rund zwanzig Offerten derjenigen der Murianer Bauernfamilie von Walter Strebel den Zuschlag gegeben. Den 18-Hektar-Betrieb mit Viehzucht, Acker- und Obstbau führt der Sohn und Meisterlandwirt Othmar Strebel.

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