Boswil
Der Ausbau des Wissenbachs verringert die Hochwassergefahr

Mit dem Hochwasserschutz von 1,274 Millionen Franken wird gleichzeitig der Wissenbach ökologisch aufgewertet. Die Gmeind wird über den Kredit befinden. Hochwasser haben in der Vergangenheit immer wieder zu Schäden geführt.

Eddy Schambron
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Der Geschiebesammler (hinter der Brücke) beim Zusammenfluss von Wissenbach und Forstbach soll deutlich ausgebaut werden. ES

Der Geschiebesammler (hinter der Brücke) beim Zusammenfluss von Wissenbach und Forstbach soll deutlich ausgebaut werden. ES

In Boswil soll der Wissenbach so umgestaltet werden, dass der Hochwasserschutz bis zu einem 100-jährlichen Ereignis im Siedlungsgebiet gewährleistet wird. Gleichzeitig soll der Bach ökologisch aufgewertet werden. Dafür wird der Bevölkerung an der Einwohnergemeindeversammlung am 28. November ein Kredit von 1,274 Millionen Franken zur Genehmigung vorgelegt.

Verschiedene Hochwasser des Wissenbachs führten in der Vergangenheit immer wieder zu Überschwemmungen im Dorf. In einigen Gemeindegebieten besteht bereits bei einem 30-jährlichen Ereignis eine Gefährdung, wie der Gemeinderat festhält.

Naturnahe Gestaltung

Der Wissenbach ist schon jetzt grösstenteils kanalisiert. Das Sanierungsprojekt erstreckt sich oberhalb der Unterquerung der Kantonsstrasse beim Volg auf eine Länge von 0,8 Kilometer und unterhalb auf eine Länge von 1,24 Kilometern.

Vorgesehen sind unter anderem der Ersatz der bestehenden Bachdurchlässe im Forstbach oberhalb des Geschiebesammlers sowie der Ausbau des Geschiebesammlers beim Zusammenfluss von Wissenbach und Forstbach auf ein Rückhaltevolumen von heute 150 auf 300 Kubikmeter.

Dazu kommen die Absenkung und naturnahe Gestaltung der Bachsohle, die Eliminierung von vorhandenen Abstürzen, wo nötig die Verbreiterung des Bachlaufes, die Abflachung und das Anlegen von Böschungen sowie teilweise der Ersatz und Neubau von Brückenübergängen. Schliesslich ist die Schaffung eines Banketts zwischen Wissenbach und Kantonsstrasse geplant. Die Kosten für diese Massnahmen wurden auf 1,274 Mio. Franken errechnet.

Steueramt: 2700 Steuerpflichtige

Auf den 1. Januar 2015 wird das Steueramt Boswil erweitert: Die Gemeinden Bünzen und Besenbüren übertragen ihr Steueramt der Verwaltung Boswil. Damit entsteht das neue Regionale Steueramt Boswil-Bünzen-Besenbüren. Es wird rund 2700 Steuerpflichtige aller drei Gemeinden betreuen. Dafür sind aufgrund der Empfehlungen des Kantonalen Steueramtes 280 Stellenprozente nötig.

Durch die Übernahme der zusätzlichen Steuer-Dossiers verlangt das nach einer Stellenerhöhung von insgesamt 120 Stellenprozenten. 20 zusätzliche Stellenprozente sind nötig, weil die Gemeindezweigstelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau wiederum zurück zum Steueramt geführt wird. Damit kann die Abteilung Zentrale Dienste teilweise entlastet werden, was hinsichtlich deren Überlastung notwendig ist.
Die Kosten für die angeschlossenen Gemeinden bleiben im Vergleich zu den heutigen Lösungen in etwa gleich hoch.

Jede der drei angeschlossenen Gemeinden behält auch ihre Steuerkommission bei. Die Standortgemeinde Boswil muss über die zusätzlichen Stellenprozente und somit die Zusammenlegung abstimmen. In Bünzen und Besenbüren sind keine Gemeindeversammlungsbeschlüsse nötig. (es)

Im Zusammenhang mit der geplanten Realisierung des Hochwasserschutzes müssen verschiedene Werkleitungen teilweise tiefer oder ganz verlegt werden. Davon betroffen sind auch einige bestehende Kanalisationsleitungen, welche heute den Wissenbach unterqueren. Dafür sind von der Einwohnergemeindeversammlung weitere 70 000 Franken zu genehmigen.

Tieferer Steuerfuss

Das Budget 2014 basiert auf einem um 4 Prozent auf neu 98 Prozent reduzierten Steuerfuss. Es weist einen Aufwandüberschuss von 53 400 Franken auf. Dessen Finanzierung erfolgt über den Bilanzüberschuss, der per 1. Januar 2013 einen Stand von 5,4 Mio. Franken aufweist.

Traktandiert sind weiter der neue Einsatzkostentarif für die Feuerwehr Boswil, die geänderten Satzungen des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, die Kreditabrechnung Kanalisation Zentralstrasse–Kleinzelgli sowie Verabschiedungen.

Ehrenbürgerrecht

Weiter wird den Stimmberechtigten beantragt, Benedikt Stalder das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Stalder, seit 1969 in Boswil wohnhaft, «hat mit seinem unermüdlichen Einsatz, seinem Wissen und Können, seiner steten Bereitschaft, verschiedene Aufgaben zum Wohl der Gemeinde Boswil zu bearbeiten und mit seiner Geschichtsforschung viel für die Nachhaltigkeit der Gemeinde geschaffen», hält der Gemeinderat fest.

Politisch hat er sich von 1972 bis 1986 als Gemeinderat und von 1981 bis 1986 als Vizeammann zur Verfügung gestellt. Er wirkte in verschiedenen Vorständen mit. Zudem ist er Verfasser verschiedener Chroniken, Autor des Buches «Lumpetäsche und Gruchshölzli» und auch sonst in kulturellen Belangen sehr engagiert. So war er als Mitbegründer des Kulturvereines Boswil auch bis 2010 deren Präsident.