Todesfall

Der Aargauer Circus Monti verliert seine Gründerin — Hildegard Muntwyler ist 83-jährig gestorben

Vor 34 Jahren ging sie mit dem zusammen mit ihrem Mann Guido aufgebauten Unternehmen erstmals auf Tournee. Im Sinne von Hildegard Muntwyler würden die geplanten Vorstellungen gespielt und die aktuelle Monti-Tournee fortgesetzt.

Hildegard Muntwyler, die Gründerin des Wohler Circus Monti, ist tot. Das hat die Circusfamilie am Freitag mitgeteilt. Die vergangenen Monate habe sie im Pflegeheim Reusspark in Niederwil AG verbracht, wo sie am vergangenen Donnerstag, 19. September, nach längerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben sei.

«Nach über 35 Jahren trennen sich hier die Wege von Hildegard Muntwyler und ihrem geliebten Circus Monti, dessen Geschicke seit längerer Zeit von ihrem ältesten Sohn Johannes und dessen Familie gelenkt werden», schreibt das Unternehmen in der Mitteilung zu ihrem Tod. Im Sinne von Hildegard Muntwyler würden die geplanten Vorstellungen gespielt und die aktuelle Monti-Tournee fortgesetzt.

Durch Ehemann Guido vom Circus-Virus infisziert

Hildegard Muntwyler habe ursprünglich mit Circus nur wenig am Hut gehabt, viele Jahre als Primarlehrerin im Kanton Aargau unterrichtet und sich in verschiedenen sozialen Projekten in ihrer Heimatgemeinde Wohlen engagiert, teilt der Circus in seiner Würdigung mit. Erst durch ihren circusbegeisterten Ehemann Guido Muntwyler, dem späteren Clown Monti, der 1999 verstorben ist und der zuvor auch Lehrer war, kam sie mit der Circuswelt intensiver in Berührung.

Aus einer Auszeit mit der ganzen Familie während den Sommermonaten im Circus Olympia wurden mehrere Jahre. Dabei reifte der Wunsch nach dem eigenen Circus. Allen Vorbehalten und Unkenrufen zum Trotz hat der Circus Monti am 12. März 1985 in Wohlen zum ersten Mal Premiere gefeiert.

Hildegard Muntwyler habe mit ihrer Beharrlichkeit und ihrem beneidenswerten, unermüdlichen Einsatz die Erfolgsgeschichte des Circus Monti von Beginn weg massgeblich geprägt und sei während über 30 Jahren für die Finanzen des gesamten Unternehmens verantwortlich gewesen.

Hohe Ansprüche an sich selber und an die Qualität des Circus

Mit ihren hohen Ansprüchen an sich selbst und an die Qualität des Circus habe sie sich in- und ausserhalb der Circusszene grossen Respekt erarbeitet. Auf der Suche nach neuen Inspirationsquellen und Artistinnen und Artisten für zukünftige Monti-Programme bereiste sie fast die ganze Welt und besuchte regelmässig Circusschulen und- festivals. Der Kontakt mit dem Publikum sei ihr stets sehr wichtig gewesen, betont das Unternehmen.

So habe sie die Besucherinnen und Besucher am Circuseingang begrüsst, in der Pause am Circusbuffet gewirkt und die Zeit nach der Vorstellung im Vorzelt genossen, zusammen mit den Besucherinnen und Besuchern, Bekannten und Freunden, aber auch mit dem Artistenensemble und den Mitarbeitenden. Vor drei Jahren zog sich Hildegard Muntwyler aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft zurück. Dennoch war sie weiterhin mit auf Tournee und freute sich über die zahlreichen Begegnungen und Besuche.

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