Fischbach-Göslikon

Deponiemüll in der Baggerschaufel — Bauarbeiten werden vom chemischen Labor begleitet

Die Abwasserzuleitung im Gebiet Zelgli in Fischbach-Göslikon wird saniert, wo sich früher eine Abfalldeponie befand.

Die Abwasserzuleitung im Gebiet Zelgli in Fischbach-Göslikon wird saniert, wo sich früher eine Abfalldeponie befand.

In Fischbach-Göslikon kommen bei einer Leitungssanierung Altlasten zum Vorschein. Das belastete Erdreich wird abtransportiert und fachgerecht entsorgt.

«Man hat damit gerechnet, dass auf dem Gelände Material gefunden wird. Es war also keine Überraschung. Bereits mit der ersten Baggerschaufel voller Aushub kam Abfall zum Vorschein», hielt der Fischbach-Gösliker Gemeindeschreiber Lukas Jansen gegenüber der AZ fest. Im Gebiet Zelgli haben nämlich die Bauarbeiten für die Sanierung der Abwasserzuleitung zum Pumpwerk in der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage (ARA) begonnen. Weil es sich um einen belasteten Standort handelt, werden die Bauarbeiten vom chemischen Labor begleitet.

Der Bauplatz liegt auf der Seite der Reuss ausserhalb des Dorfes in Richtung Nesselnbach auf einem grossen Feld. Dort befindet sich eine Regenwasserentlastung mit einer Leitung zum Fluss. Von diesem Entlastungsbauwerk bis zum sogenannten Vereinigungsschacht, in den auch die Leitung von Fischbach-Göslikon mündet, erstrecken sich die Sanierungsarbeiten.

Saniert werden muss die Zuleitung der Gemeinde Niederwil zum Abwasserpumpwerk, das sich in der ehemaligen Gemeinschaftskläranlage von Fischbach-Göslikon und Niederwil befindet. Die ARA-Gebäude und der Faulturm wurden schon vor einiger Zeit rückgebaut. Im vorderen Teil wird das ehemalige Klärbecken als Regenwasserbecken genutzt, während sich dahinter das Havariebecken befindet. Dazwischen steht das Pumpwerk.

Nur unbelasteter Aushub wird wieder eingebaut

Bei der Sanierung der Abwasserzuleitung handelt es sich zugleich um eine der letzten Bauetappen bei der Zusammenlegung der Abwasserreinigungsanlagen des Abwasserverbandes Stetten, dem auch Fischbach-Göslikon und Niederwil angehören. Weil die Leitung durch die ehemalige Deponie Zelgli führt, wird das Aushubmaterial untersucht und nur dann wieder eingebaut, wenn es unbelastet ist. Belastetes Erdreich wird abtransportiert und fachgerecht entsorgt.

In der einstigen Abfalldeponie wurde nicht nur Siedlungsmüll abgelagert, sondern auch verschiedene andere Materialien, etwa Industrieabfälle, vor allem Kunststoff, Beton, Bauschutt und Holz. Das Gebiet Zelgli ist deshalb im kantonalen Kataster der belasteten Standorte (KBS) eingetragen.

Dieser Kataster ist eine Informationsquelle für Schadstoffbelastungen des Untergrunds, die aufgrund früherer Nutzungen entstanden sind. Der KBS des Kantons Aargau umfasst rund 2500 Standorte. Neben der Lage und Ausdehnung des Standorts werden auch die Art und Menge der in den Untergrund gelangten Abfälle beziehungsweise Schadstoffe erfasst.

Die Informationsabfrage zum Gebiet Zelgli in Fischbach-Göslikon zeigt, dass das betreffende Gelände des ehemaligen Ablagerungsstandortes, durch den die zu sanierende Abwasserzuleitung führt, eine Fläche von rund 21 Aren aufweist. Auf der Parzelle wurde zur Erhebung von Daten eine technische Untersuchung durchgeführt. Diese verspricht Entwarnung, denn die Altlastenverordnung weist das Areal zwar als belastet, aber nicht als gefährlich aus. Es ist gemäss Kataster weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig.

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