Dietwil
Deponie nimmt acht Jahre lang sauberen Aushub auf

Jetzt kommt die Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial in Dietwil ins Mitwirkungs- und Einwendungsverfahren. Die Gemeinderat hat Anfang 2013 die Festsetzung des Standorts Babilon im Richtplan beantragt. Der Grosse Rat hat dies gutgeissen.

Eddy Schambron
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Der Grosse Rat hat sich für drei neue Standorte für Aushubdeponien im Richtplan entschieden. (Symbolbild)

Der Grosse Rat hat sich für drei neue Standorte für Aushubdeponien im Richtplan entschieden. (Symbolbild)

AZ-Archiv

Die Erschliessung der geplanten Deponie Babilon für unverschmutztes Aushubmaterial in Dietwil erfolgt direkt ab der Luzernerstrasse und tangiert nicht bewohntes Gebiet. Dies hält der Gemeinderat Dietwil im Zusammenhang mit dem Mitwirkungs- und Einwendungsverfahren fest. Die Unterlagen dafür liegen vom 12. Mai bis 10. Juni auf der Gemeindekanzlei auf.

Die Zufahrt zur Deponie nördlich der Gemeinde wird temporär mit einem Einmünder zum Linksabbiegen von Süden her ausgebaut. Sie führt direkt in den nördlichen Bereich der Deponie. Es wird mit 80 Lastwagenfahrten täglich gerechnet, was eine Zunahme des Gesamtverkehrs um weniger als ein Prozent für eine beschränkte Zeit, das heisst bis zur Auffüllung der Deponie, bedeutet. Fussgänger und Radfahrer werden durch die Deponiezufahrt nicht tangiert. Zur Entflechtung des Verkehrs werden zwei temporäre Tunnels gebaut.

Ökologischer Ausgleich

Der gegenwärtig eingedolte Knodenbach soll offengelegt und aufgewertet werden. Dafür ist eine Rodung von rund 300 Quadratmeter Wald notwendig; rund 230 Quadratmeter werden später wieder aufgeforstet. Insgesamt wird eine Bachlänge von rund 200 Meter neu offen geführt. Am nordöstlichen Böschungsfuss der Deponie entstehen zudem neue Weiher, welche besonders als Lebensraum für Amphibien geeignet sind. Weiter werden mindestens 15 Prozent des Deponieperimeters von rund 19,7 Hektaren als ökologische Ausgleichsfläche gestaltet. Es sind Fruchtfolgeflächen von 12,8 Hektaren betroffen; gemäss Vorprojekt ist die Fruchtfolgeflächenbilanz ausgeglichen.

Hoher Bedarf an Deponieraum

Die Dietwiler Deponie fasst ein Volumen von rund 1,39 Mio. Kubikmeter und soll mittelfristig den erhöhten Bedarf an Deponieraum im südlichen Teil des oberen Freiamts sowie der nahen Gemeinden in den Kantonen Zug und Luzern sicherstellen. Dafür gibt es eine interkantonale Vereinbarung. Schliesslich soll die Deponie Babilon ab 2016 auch für Material aus dem Tagbautunnel der Südwestumfahrung Sins zur Verfügung stehen. Damit würden Verkehrs- und Schadstoffbelastungen durch kurze Transportwege vermindert, hält der Gemeinderat fest. Ab 2016 soll die Deponie jährlich durchschnittlich 175 000 Kubikmeter Aushub aufnehmen. Nach rund acht Jahren wird die Deponie gefüllt sein. Die Rekultivierung wird weitere ein bis zwei Jahre beanspruchen.

An die Winter-Gmeind

Der Gemeinderat Dietwil hat anfangs 2013 die Festsetzung des Deponiestandorts Babilon im kantonalen Richtplan beantragt. Der Grosse Rat hat im März dieses Jahres diese Festsetzung ohne Diskussion gutgeheissen. Die Stimmberechtigten haben voraussichtlich an der Gemeindeversammlung vom nächsten November über die notwendige kommunale Teiländerung zu befinden. Wird diese befürwortet, werden der Sondernutzungsplan (Gestaltungsplan) und ein Baugesuch ausgearbeitet. Der Bau und Betrieb der Anlage wird anschliessend in einer Bau- und Betriebsbewilligung geregelt.