Wohlen
Den Wunsch eines grossen Gönners erfüllt

Der 2012 verstorbene J. Rudolf Isler schenkte der Bevölkerung in Wohlen ein Konzert. Gemeinsam mit dem Wohler Konzert- fonds gelang es, das Stella Maris Orchestra nach Wohlen zu bringen.

Jörg Baumann
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Der Hornist Mischa Greull beim Solopart in Mozarts Hornkonzert. Fotos: bA

Der Hornist Mischa Greull beim Solopart in Mozarts Hornkonzert. Fotos: bA

Eigentlich plante das Aargauer Stella Maris Orchestra mit seinem Dirigenten Christoforo Spagnuolo seinen ersten Auftritt in Wohlen im Garten der Villa Isler.

Es wäre eine passende Kulisse gewesen, vor dem Strohmuseum, dem ehemaligen Wohnhaus, in dem der 2012 verstorbene grosse Gönner und Musik- und Kunstliebhaber J. Rudolf Isler sein ganzes Leben verbrachte.

Doch der herbstlich anmutende Sommer meint es in diesem Jahr nicht gut mit Freilichtveranstaltungen. So musste das Konzert in die Aula der Kantonsschule Wohlen verlegt werden.

Konzert im Garten wird nachgeholt

«Leider können Sie so den Spirit von der Bünzstrasse nicht geniessen», meinte Islers Sohn Mark Isler, Präsident der 1991 von seinen Eltern gegründeten Jacqueline- und Rudolf Isler-Schwab-Stiftung. Sein Vater habe den Wunsch geäussert, der Bevölkerung nach seinem Tod einen Konzertabend zu schenken, sagte er.

Gemeinsam mit dem Wohler Konzertfonds gelang es, das Stella Maris Orchestra nach Wohlen zu bringen. Barbara Oberholzer, Präsidentin des Konzertfonds, habe das Projekt von Anfang an mit «Enthusiasmus, Sympathie und grossem Know-how» mitgetragen, erklärte Isler.

Er versprach: «Wir holen das Konzert im Isler-Garten nach.» Galant überreichte er seiner Mutter Jacqueline Isler einen Rosenstrauss. «Denn die Rosen waren die Lieblingsblumen meines Vaters.»

Renate Steinmann spielte den Solopart in Mozarts Adagio in E-Dur.

Renate Steinmann spielte den Solopart in Mozarts Adagio in E-Dur.

Das Stella Maris Orchestra, als Kammerorchester 2010 von den beiden an der Kantonsschule Wettingen tätigen Musikern Renate Steinmann und Christoforo Spagnuolo gegründet, lief an seiner Premiere in Wohlen zur Hochform auf.

Es eröffnete das Konzert mit zwei Jugendwerken: mit dem Divertimento in F-Dur, das Wolfgang Amadeus Mozart als Sechzehnjähriger komponierte, und mit dem zweiten Satz aus der Fünften Symphonie des neunzehnjährigen Franz Schubert.

Die Konzertmeisterin Renate Steinmann und Geigerin Renate Steinmann interpretierte den Solopart in Mozarts Adagio für Violine und Orchester äussert feinfühlig, sozusagen gedoppelt vom Hornisten Mischa Greull in Mozarts Hornkonzert KV 447, von dem der Solist nach dem rauschenden Beifall des gut gelaunten Publikums den zweiten Satz, eine Romanze, wiederholen musste.

Dazwischen ein «Schmankerl»

Dazwischen schob das Orchester Tschaikowskys elegante Serenade für Streicher in C-Dur – ein echtes «Schmankerl» für einen Serenadenabend, der leider von einem idyllischen Garten in eine Aula verlegt werden musste.

Das Publikum liess sich die Laune vom Regen nicht vermiesen, füllte den Saal ganz ordentlich und verabschiedete die Aargauer Musiker mit einem langen, herzlichen Applaus.