Mutschellen/Bremgarten
Den Schlusspunkt hinter den Trinkwasserstreit gesetzt

Der heftige Konflikt um die Trinkwasserlieferungen von Bremgarten auf den Mutschellen ist endgültig beigelegt. Der neue fünfjährige Wasserliefervertrag findet breite Akzeptanz. Er tritt am 1. April 2013 in Kraft und endet am 31. März 2018.

Lukas Schumacher
Drucken
Teilen
Ohne Gegenstimme: Die Abgeordneten der Mutschellengemeinden hiessen den neuen Vertrag mit Bremgarten einhellig gut. sl

Ohne Gegenstimme: Die Abgeordneten der Mutschellengemeinden hiessen den neuen Vertrag mit Bremgarten einhellig gut. sl

Der heftige Konflikt um die Trinkwasserlieferungen von Bremgarten auf den Mutschellen ist endgültig beigelegt. Die Verantwortlichen des Wasserverbands Mutschellen und der Wasserversorgung Bremgarten einigten sich nach zähen Verhandlungen auf einen neuen Liefervertrag.

Das neue Vertragswerk hat an der Abgeordnetenversammlung des Wasserverbands Mutschellen einhellig Zustimmung gefunden. In den nächsten Tagen wird der Vertrag unterzeichnet. Er tritt am 1. April 2013 in Kraft und endet am 31. März 2018.

Neuer Preis: 50 Rappen pro Kubik

Fortan darf der Mutschellen täglich höchstens 1100 Kubik oder jährlich maximal 400'000 Kubik Trinkwasser aus Bremgarten beziehen. Diese Optionsmenge entspricht einem Drittel des Wasserbedarfs in den Mutscheller Verbandsgemeinden Berikon, Widen, Rudolfstetten, Zufikon und Oberwil-Lieli.

Dafür muss der Wasserverband jährlich 72'000 Franken an Bremgarten überweisen. Das macht 18 Rappen pro Kubik (1 Kubik = 1000 Liter).

Zum Optionspreis hinzu kommen Betriebskosten von 32 Rappen je Kubik bezogenes Wasser. So zahlt der Verband neu 50 Rappen pro Kubik an Bremgarten; der bisherige Bremgarter Preis war rund 4 Rappen günstiger.

Rolf Huber und 142'000 Franken

23 der 25 Abgeordneten des Regionalen Wasserverbands Mutschellen nahmen an der Versammlung in Berikon teil. Sie wählten den Beriker Rolf Huber in die Finanzkommission und genehmigten die Verbandsrechnung 2012. Diese schloss bei Gesamtausgaben von rund 1,2 Mio. Franken mit einem Plus (Ertragsüberschuss) von 142 000 Franken ab. Blick auf den Wasserbezug im letzten Jahr: Berikon 289 000 Kubik, Rudolfstetten 241 000, Widen 224 000, Zufikon 267 000. Alle Gemeinden bezogen und verbrauchten deutlich weniger Wasser als im Jahr 2011. (sl)

Der neu ausgehandelte Tarif mit Bremgarten ist indes deutlich vorteilhafter als der Preis fürs aufbereitete Zürichsee-Wasser, womit auf dem Mutschellen ebenfalls rund ein Drittel des Bedarfs gedeckt wird. Für dieses Wasser zahlt der Wasserverband Mutschellen mehr als einen Franken je Kubik.

«Vernünftige Lösung»

Heiri Römer aus Widen, der Präsident des Wasserverbands Mutschellen, bezeichnet das neue Vertragswerk mit Bremgarten als eine «vernünftige, akzeptable Lösung.»

Letztlich hätten sich beiden Seiten einsichtig gezeigt. Die Wasserlieferungen aus Bremgarten würden zur Versorgungssicherheit auf dem Mutschellen beitragen, gab Römer zu verstehen.

In Notsituationen dürfe der Regionalverband Mutschellen fortan nebst der vereinbarten Optionsmenge von 1100 Kubik im Tag zusätzlich 500 Kubik Bremgarter Wasser anfordern.

«Zusammen mit dem Trinkwasser aus unseren beiden eigenen Fassungen Nüeschhau und Breiten reichen diese 1600 Kubik aus Bremgarten bei Notlagen auf dem Mutschellen aus.»

Wassersuche auf dem Mutschellen?

Bremgarten sucht derzeit mittels Versuchsbohrungen nach einem neuen, zusätzlichen Grundwasservorkommen. Auch der Vorstand des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen (RWVM) befasst sich mit dem Thema Wassersuche.

Laut Präsident Heiri Römer soll den Abgeordneten der Mutschellengemeinden im September ein Projektierungskredit unterbreitet werden. Römer ist zuversichtlich, dass man bei Probebohrungen auf dem Mutschellen, die der Kanton Aargau vorgängig bewilligen muss, auf einen «beachtlichen Grundwassersee» stossen würde.

Die Nutzung eines Wasservorkommens, wofür ein Pumpwerk und Leitungen gebaut werden müssten, bedingt laut Römer Kosten in der Grössenordnung von vier bis fünf Millionen Franken. «Eine solche Investition würde sich auf längere Sicht bestimmt lohnen», sagte Römer.

Aktuelle Nachrichten