Bremgarten
Dem wohl ältesten Gasthaus wird neues Leben eingehaucht

Das Restaurant Sonne in Bremgarten ist zum Café geworden – eine Bereicherung für die Altstadt.

Dominic Kobelt
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Die beiden Brüder Juri (rechts) und Janick Tirez haben das Restaurant in ein Café umgewandelt. Dominic Kobelt

Die beiden Brüder Juri (rechts) und Janick Tirez haben das Restaurant in ein Café umgewandelt. Dominic Kobelt

Dominic Kobelt

Das Gebäude im Rank der Altstadt, in dem die «Sonne» untergebracht ist, ist rund 400 Jahre alt. Es ist wohl eines der ältesten Wirtshäuser in Bremgarten, das auch nicht mehr belegt werden kann.

Das Restaurant wurde Anfang Jahr als Café wiedereröffnet. Die Brüder Juri und Janick Tirez führen nun mit ihren Partnerinnen Michaela Tirez und Sarah Neuhaus nebst Café den Hotelbetrieb und die Bar Stiefelchnächt, die schon seit längerem von dem jungen Team eröffnet wurde. Es sei schon immer ein grosser Traum gewesen, ein kleines Hotel zu führen, sagt Juri Tirez. Die Vermieter brauchte er nicht lange zu überzeugen.

Ein Zeitzeuge

Der Kopfbau beim Übergang der Marktgasse zum Bogen ist ein nachmittelalterliches Doppelhaus. Es ist ungewöhnlich tief und umfasst sechs Stockwerke. Die Fassade zieren ein frühbarockes Fresko einer Strahlenkranzmadonna, Löwenmasken, ein Engelskopf und eine Sonnenmaske. Das aus Eisen geschmiedete Louis-XVI.-Wirtshausschild trägt ebenfalls eine Sonnenmaske. 1986 erfolgte eine umfassende Renovation, wobei die Südfassade gegen den Bogen hin neu gestaltet wurde. Die Statue des Ritters Georg erhielt damals dort ihren Platz. (az)

Altstadt wiederbeleben

«Wir wollen Frische und gute Qualität bieten. Momentan haben wir hauptsächlich Kuchen und Wähen im Angebot, wir werden es aber noch erweitern. Wie genau, das müssen wir noch abklären – eine Salatbar wäre eine Option.» Auch zmörgele kann man in der «Sonne», selbst wenn man nicht Hotelgast ist.

Das Konzept scheint aufzugehen: Das Café ist gut besucht – liegt es daran, dass die Besucher der Stiefelknächt-Bar vorbeischauen? «Nein, es ist ein ganz anderes Publikum», so Juri Tirez. Das Café solle offen sein für alle – egal ob ein Student einen Platz sucht, an dem er an seiner Arbeit schreiben und einen Kaffee trinken kann, oder eine Mutter mit ihrem Kind nach dem Einkaufen eine Erfrischung geniessen möchte. «Wir wollen die Altstadt wiederbeleben. Ein Café dieser Art und Grösse fehlte bisher.» Beim gastronomischen Angebot arbeitet die «Sonne» mit Crispy Chily Productions zusammen, einem jungen Catering- und Eventunternehmen, das ebenfalls im Hotel Sonne untergebracht ist. Geplant sind auch Themenabende, wie etwa ein Spargel-, ein Schweizer-, Gourmet- oder Wildabend. Zudem hat es Platz für Banketts, etwa bei Hochzeiten oder Firmenanlässen mit bis zu 90 Leuten. Die Säle des Hotels stehen Vereinen sogar gratis zur Verfügung.

Nach dem Ausflug in die «Sonne»

Verändert wurde im Innern relativ wenig – ein paar Farbtupfer und andere kleine Anpassungen, und trotzdem wirkt das Café modern und gemütlich, ohne den Altstadtcharme verloren zu haben. «Wir wollen nicht stehen bleiben», sagen die beiden Tirez-Brüder. Um noch mehr Leute ins Reussstädtchen zu locken, arbeiten sie mit Bremgarten Tourismus zusammen. «Das Ziel sind kombinierte Angebote mit Ausflügen und Übernachtungsmöglichkeit.»

Im Hotel ist noch mehr oder weniger alles beim Alten, es stehen 15 Doppelzimmer von unterschiedlichem Standard und Qualität zur Verfügung, die Preise wurden leicht nach unten angepasst. Unter der Woche nutzen besonders Geschäftsleute das Angebot, im Sommer erwarte man vermehrt Touristen. Das Café Sonne ist jeden Tag von 7 bis 18 Uhr geöffnet, der Stiefelchnächt wie bisher von 17 bis 24 Uhr, am Freitag und Samstag bis 2 Uhr.

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