Bremgarten
Dem unermüdlichen Kulturvermittler soll die Ehrenbürgerschaft verliehen werden

Er ist ein unermüdlicher Kulturvermittler: Zum 80. Geburtstag soll Heinz Koch Ehrenbürgerschaft verliehen werden. Er sagt: «Man meint, ich würde alles in unserem Städtchen kennen. Aber ich lerne immer noch viel dazu.»

Jörg Baumann
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Heinz Koch an der von ihm mitorganisieren Ausstellung «30 Jahre nach dem Brand der Stadtkirche». Lukas Schumacher

Heinz Koch an der von ihm mitorganisieren Ausstellung «30 Jahre nach dem Brand der Stadtkirche». Lukas Schumacher

Lukas Schumacher

Wenn man einen sucht, der Bremgarten in- und auswendig kennt, dann ist man bei Heinz Koch an der richtigen Adresse. Der Stadtrat würdigt den grossen Kenner der Geschichte, der Kultur und des religiösen Lebens, indem er ihn und seiner Frau Annalise als Ehrenbürger vorschlägt.

An der Ortsbürgergemeindeversammlung vom 1. Dezember wird über diesen Antrag abgestimmt. Bisher wurde diese Ehre Hans und Dora Weissenbach, die eine private Kulturstiftung gründeten, dem Galeristen Erich Russenberger, dem Stadtschreiber Gottlieb Müller, dem Lehrer, Schriftsteller, Archivar und Stadthistoriker Eugen Bürgisser und dem Stadtpfarrer Bruno Buchmann zuteil.

Seit Jahrzehnten rastlos tätig

Heinz Koch kann am 15. Dezember den 80. Geburtstag feiern. Aber auf dem «Ofenbänklein» mag er trotzdem nicht ausruhen. Als Stadtführer, Gestalter von Ausstellungen im Stadtmuseum und in der St. Anna-Kapelle und kompetenter Autor von Artikeln in den Bremgarter Neujahrsblättern ist der ehemalige Primarlehrer seit Jahrzehnten rastlos über das Pensionsalter hinaus tätig.

Koch kam in der Unterstadt an der Schenkgasse auf die Welt. «Nachher haben wir innerhalb der Stadt mehrmals gezügelt», berichtet er. Seine Mutter Adeline, eine geborene Meienberg, war Bremgarter Bürgerin.

Sein Vater, der Sattler und Tapezierer Jules Koch, stammte aus Büttikon. Bei der Ordensschwester Germeline besuchte der zukünftige Ehrenbürger in der Unterstadt den Kindergarten, nachher die Primar- und Bezirksschule im Stadtschulhaus. Seine Lieblingsfächer: Heimatkunde, Deutsch, Geschichte und Geografie.

Auf dem zweiten Bildungsweg wurde der gelernte Drogist 1963 Primarlehrer und blieb das mit Begeisterung bis zur Pensionierung 1999. Als geborener Theatermensch konnte Koch seine Schüler packen.

In der Schule spielte das Theater eine wichtige Rolle. 1958 gründete Koch mit seinen Mitstreitern das Cabaret «Brämestich», das die Lacher auf seiner Seite hatte. Dann nämlich, als der Stadtrat zuerst 1958 das 700-Jahr-Stadtjubiläum feiern wollte, die Feier aber kurzfristig absetzte und ein Jahr später verkündete, dass die Stadt nun über Nacht 50 Jahre älter sein solle. Und dieses Gründungsdatum solle als Anlass für die 750-Jahr-Feier genommen werden. Das Cabaret «Brämestich» nahm den Vorfall dankbar auf und glossierte ihn – zum Vergnügen des Publikums.

Theaterpionier und Stadtführer

Schon in der Jungwacht und im Kolpingverein hatte Koch bei Theateraufführungen Regie geführt und auf der Bühne gestanden. Von da aus führt die Spur direkt zur Gründung des Kellertheaters Bremgarten, wo er und seine Frau Annalise an vorderster Front standen.

Aus dem Verkehrsverein, wo Koch 19 Jahre lang im Vorstand mitarbeitete, entstand die Idee, eine Stadtführergruppe zu gründen. Selbstverständlich ergriff man die Chance, Koch als Stadtführer zu gewinnen.

Auch im Stadtmuseum, das er mit anderen Gleichgesinnten gründete, und mit den Ausstellungen im Kirchenbezirk kann er bis auf den heutigen Tag der Bevölkerung seine grossen Kenntnisse vermitteln. «Man meint, ich würde alles in der Stadt kennen. Aber ich lerne immer noch viel dazu. Das macht die Arbeit spannend», sagt Koch. Als Vermittler der Stadtgeschichte habe er nicht nur seine Schüler erreicht, sondern bis heute auch die Erwachsenen. «Das finde ich schön.»