«Villa Monti» heisst das neue Programm des Wohler Nationalzirkus, das am 10. August auf dem Merkur-Areal Premiere feiert. Nomen est omen, kann man da nur sagen, denn die «Villa Monti» steht jetzt tatsächlich auf dem grossen Festplatz hinter dem Chappelehof. In leuchtendem Gelb, verziert mit grossen, roten Sternen, erhebt sich das neue Zelt des Circus Monti hoch über dem Platz.

Unter der weit gespannten Blache, mit einem Durchmesser von 30 Metern, finden 780 Menschen Platz. Das Faszinierende an diesem Chapiteau ist aber, dass es eigentlich in der Luft schwebt. Die Zeltwände berühren den Boden nicht. Die ganze Konstruktion hängt an zwei mächtigen Bogenmasten, bestehend aus je neun Einzelteilen, 15 Meter hoch und mit einer Spannweite von 36 Metern. Dieses Zelt ist das erste seiner Art in der ganzen Schweiz.

Aufbau im Zeitraffer: Hier werden die Bogenmasten für den Circus Monti aufgestellt

Aufbau im Zeitraffer: Hier werden die Bogenmasten für den Circus Monti aufgestellt

Der Wohler Circus Monti hat sich für seine 34. Tournee ein neues Zelt konstruieren lassen. Diese Zeitrafferaufnahmen zeigen den Aufbau der Bogenmasten.

Aufbau in Etappen

Das neue Chapiteau ist ein Gemeinschaftswerk zweier darauf spezialisierter Firmen aus Italien. Die eine zeichnet für die Bogenmasten verantwortlich, die andere für die Blache. Am Dienstag wurden alle Teile, Masten, Gestänge und Zeltbahnen, mit einem Gesamtgewicht von gut 20 Tonnen, per Lastwagen angeliefert. Am Mittwoch begann der Aufbau mit dem Aufrichten der beiden Bogenmasten.

Am Donnerstag wurden die einzelnen Zeltbahnen ausgepackt, auf dem Boden ausgelegt und miteinander verknüpft. Anschliessend wurde die Zeltkuppel, zusammen mit der Blache, hochgezogen, um nachher auf den Chapiteauwagen geladen zu werden. «So konnten wir gleich testen, ob das neue Zelt auf unserem Wagen Platz hat oder ob wir noch Anpassungen vornehmen müssen», erzählte der Kommunikationsverantwortliche der Circus Monti AG, Stefan Gfeller, gestern, während das Zelt für den definitiven Aufbau vom Chapiteauwagen hochgezogen und aufgespannt wurde.

«Es ist eine riesige Freude»: Johannes Muntwyler, Direktor des Circus Monti, erklärt die Vorzüge des neuen Zirkuszelt

«Es ist eine riesige Freude»: Johannes Muntwyler, Direktor des Circus Monti, erklärt die Vorzüge des neuen Zirkuszelt

Der Wohler Circus Monti hat sich für seine 34. Tournee ein neues Zelt konstruieren lassen. Im Interview mit der AZ erklärt Zirkusdirektor Johannes Muntwyler den Aufbau und die Vorteile der neuen Konstruktion. 

18 Mann sind seit Dienstag im Dauereinsatz, damit die Proben für «Villa Monti» schon bald vom Winterquartier ins neue Chapiteau verlagert werden können. Das Zelt war gestern am späten Nachmittag zwar fertig aufgebaut, aber bespielbar ist es erst, wenn auch die Inneneinrichtung, insbesondere die Licht- und Tonanlage, die Zuschauertribüne, das Bühnenbild und die Manege, abgeschlossen ist. Hinzu kommt dann noch ein zum neuen Chapiteau passendes Vorzelt/Buffetzelt.

Geschichten aus der Villa

Zirkusdirektor Johannes Muntwyler war am Freitagabend sehr zufrieden mit dem Erreichten: «Nachdem wir das Zelt monatelang nur auf Plänen gesehen haben, ist es nun eine riesige Freude, es hier eins zu eins stehen zu sehen.»

Der Auf- und Abbau dauere schon zwei bis drei Stunden länger als beim alten Chapiteau, aber das werde durch die Schönheit des neuen Zeltes und durch seine Vorteile für die Zirkusbesucher mehr als aufgewogen. Tatsächlich gibt es in diesem Zelt keine einzige Stange mehr, die einem die Sicht versperrt.

Der erste Aufbau des neuen Chapiteaus des Circus Monti im Zeitraffer

Der erste Aufbau des neuen Chapiteaus des Circus Monti im Zeitraffer

Der Wohler Circus Monti hat sich für seine 34. Tournee ein neues Zelt konstruieren lassen. Diese Zeitrafferaufnahmen zeigen den ersten Aufbau des neuen Chapiteaus.

Die Blache und alles, was sonst noch gestützt oder getragen werden muss, hängt an den beiden Bogenmasten. So können die Zuschauer also ungehindert staunen, wenn die Artisten in der «Villa Monti» mit allen zirzensischen Künsten zeigen, welche Geschichten sich hinter den Mauern einer Villa abspielen, wenn da ganz unterschiedliche Menschen zusammen wohnen dürfen – oder auch müssen.

Nach der Premiere in Wohlen bricht die gut 70-köpfige Monti-Truppe auf zur viermonatigen Tour durch acht Schweizer Städte. Und sicher wird der poetisch-schmucke Zirkus wieder allerorten sein Publikum verzücken.