Wohlen
«Dass gleichzeitig drei historische Häuser erhalten werden könnten, hätte man so nicht erwartet»

Die Renovation des ältesten Steinhauses in der Gemeinde Wohlen wird Ende Jahr abgeschlossen sein.

Jörg Baumann
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Die Vereinsmitglieder mit Präsident Fabian Furter (Bildmitte) und Architekt Hans Furter (Zweiter von rechts) besichtigten die Schlössli-Baustelle. BA

Die Vereinsmitglieder mit Präsident Fabian Furter (Bildmitte) und Architekt Hans Furter (Zweiter von rechts) besichtigten die Schlössli-Baustelle. BA

Die Renovation des 470 Jahre alten Wohler Schlössli soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Nebenan renovieren zwei weitere Architekten ihre Häuser: Benno Kohli die IBW-Scheune und Andreas Berger das Geissmann-Haus. «Dass gleichzeitig drei historische Häuser erhalten werden könnten, hätte man so nicht erwartet», sagte Vereinspräsident Fabian Furter an der Generalversammlung des Vereins Schlössli.

Historische Häuser mit Cachet

Die Mitglieder konnten alle drei Baustellen besichtigen. Während aus dem Schlössli ein Kulturhaus wird, gibt es aus der 1849 erbauten IBW-Scheune ein Wohnhaus mit vier Wohnungen. Die Grundmauern und das Dach werden erhalten. Zwei der Wohnungen befinden sich teilweise in der alten Bausubstanz, die im Aussenraum bewusst erkennbar und erlebbar gemacht wird. Im Geissmann-Haus von 1850 am Kirchenrain befand sich einst das Tuch- und Garngeschäft von Gemeindeammann Adolf Geissmann. Nun werden hier zwei Architekten ihre Ateliers eröffnen. Das Geissmann-Haus wird mit einem Solardach ausgerüstet, das mehr Strom produzieren wird, als man im Haus verbraucht.

Der Architekt Hans Furter schilderte, wie die Bauarbeiter die alten Bruchsteinmauern am Schlössli wieder stabil machen und das Mauerwerk sorgfältig Stein für Stein sanieren. «Eine Heidenarbeit, ich habe es selbst ein paar Tage lang versucht und weiss deshalb die Arbeit zu schätzen.» Das Schlössli habe Jahrhunderte überlebt. Das sei erstaunlich. «Also muss man ein Haus nicht schon nach 50 Jahren abreissen.» Furter spielte auf den Chappelehof an.

Die Schlösslifassade wird weiss. Welcher Farbton ausgewählt wird, ist noch offen. Für illuster hält Furter das Schlössli auch, weil es 40 verschiedene Fenster hat.

IBW baut das Solardach

Fabian Furter teilte mit, dass der Schlössli-Verein mit der IBW eine interessante Kooperation eingegangen sei. Der Verein erhalte gratis ein Solar-In-Dach. Der Verein müsse nur den Dachunterbau finanzieren. Furter lobte die Baubewilligungsbehörden. Sie hätten rasch und unbürokratisch gehandelt. 2018 soll das Kulturhaus im Schlössli, wofür Furter schon heute Mietanfragen erhalten hat, zweimal eingeweiht werden: im Januar oder Februar mit einem Tag der offenen Tür und im Sommer mit einem grossen Volksfest. Bis dann, so hofft Furter, könnte auch die Umgebungsgestaltung fertig sein. Der AZ-Journalist Jörg Meier hatte die Idee, den alten Sodbrunnen beim Schlössli wieder zu aktivieren – das gefiel dem Vorstand so gut, dass er es nun ausführt.

In den Vereinsvorstand delegiert die Ortsbürgergemeinde, die grösste Sponsorin des Schlössli-Vereins, neu Sonja Isler-Rüttimann. Der Vorstand arbeitet am Betriebskonzept, wird eine Betriebskommission zusammenstellen und sucht Betriebspersonal. Sollte der Schlössli-Verein einmal aufgelöst werden müssen, fällt das Kapital an die Ortsbürgergemeinde, wurde beschlossen.

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