Wohlen

Das Zamba Loca ist das vielfältigste Open Air der Welt

Das Zamba Loca in Wohlen ist ein kultureller Geheimtipp in der Region. Das kleine, aber feine Open Air beim Wohler Wald ist etwa so vielseitig wie ein Chamäleon. 2000 Besucher liessen es sich diesen nicht entgehen.

Wer nach Alkoholleichen und Prügeleien sucht, ist am Zamba Loca in Wohlen am falschen Ort. Am Festival, das dieses Jahr zum dritten Mal stattfand, dominiert die gemeinsame Freude an der Musik. Kombiniert mit liebevollen Dekorationen ist das kleine Open Air ein kultureller Geheimtipp in der Region. 2000 Besucher liessen sich diesen nicht entgehen.

Musikalisches Prisma

Das kleine, aber feine Open Air beim Wohler Wald ist etwa so vielseitig wie ein Chamäleon. «Wir möchten uns nicht auf einzelne Musikrichtungen beschränken, sondern für alle etwas bieten», erklären die OK-Mitglieder Chris Döbeli und Laila Savaré. Sie hielten auch dieses Jahr wieder Wort und holten Musiker sämtlicher Couleur ans Festival: von keltischem Rock über sphärischen Goa bis zu russischer Partymusik. Dementsprechend unterschiedliche Leute pilgerten ans Zamba Loca - sowohl Familien mit Kleinkindern als auch junge Erwachsene. Eine Publikumsvielfalt, die man fast nie zu sehen bekommt.

Nicht nur musikalisch hat das Festival für jedermann etwas in petto, sondern auch bei den Attraktionen. Beim Lagerfeuer versammeln sich die Pfadi-Nostalgiker und im improvisierten Schwimmbecken kühlen sich die Überhitzten nach einem fulminanten Konzert ab. Und selbst kulinarisch liessen die Organisatoren keine Wünsche offen. Die Kulturbeiz richtete auf dem Gelände eine Küche ein und bot Gerichte an, die man von einem Restaurant, aber keinesfalls von einem Festival erwarten würde.

«Wir möchten nicht wachsen»

Ein weiteres Unikum am Zamba Loca sind die 10-Minuten-Shows. Alle Besucher haben die Möglichkeit, ihr Talent auf der Nebenbühne zur Schau zu stellen - Grenzen sind den Hobby-Artisten keine gesetzt. Während in den vergangenen zwei Ausgaben des Open Airs Darbietungen von teilweise fraglicher Qualität stattfanden, waren es heuer durchwegs sehenswerte Auftritte. Seien es feinfühlige Eigenkompositionen auf der Gitarre oder improvisierte Reime - die Besucher goutierten das Talent und den Mut der zehn Temporär-Künstler. Ebenso unkompliziert wie das Treiben auf der Nebenbühne verlief der gesamte Festival-Ablauf.

Von Absperrungen und grimmigen Sicherheitsleuten ist keine Spur, und dennoch hat es keine Rüpel am Festival. Das Zamba Loca scheint mit der richtigen Dosis an Lockerheit nur jene Leute anzuziehen, die ebenso gelassen und friedlich sind. Sind die Besucher zufrieden, so sind es auch die Organisatoren. «Obwohl wir an beiden Abenden verregnet wurden, sind wir glücklich mit der Anzahl der Besucher», sagen Döbeli und Savaré. Dass 2000 Leute das Zamba Loca dem Stadtfest Baden und dem Zürich Open Air vorziehen, ist ein Beweis für die Stammkundschaft des kleinen Festivals. Doch noch mehr Besucher anzuziehen, sei nicht ihr Ziel. «Wir sind zufrieden mit der jetzigen Grösse und möchten eigentlich nicht mehr wachsen. Es soll ein Festival mit einer familiären Atmosphäre bleiben», erklären die Organisatoren.

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