Wohlen
Das unbekannte «Chly Paris» auf einen einzigen Blick

In der Industriegemeinde Wohlen gibt es mehr schöne Ecken und Häuser zu entdecken, als viele Auswärtige glauben. Bisher fehlte ein Übersichtsplan, auf dem 24 exemplarische Häuser vermerkt sind. Jetzt liegt er vor.

Jörg Baumann
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Dorfführer Heini Stäger, Gemeinderat Ruedi Donat, Kultursekretärin Claudia Nick und Peter Hägler von Erlebnis Freiamt (von links); im Hintergrund das EmanuelIsler-Haus und die katholischen Pfarrkirche Wohlen.

Dorfführer Heini Stäger, Gemeinderat Ruedi Donat, Kultursekretärin Claudia Nick und Peter Hägler von Erlebnis Freiamt (von links); im Hintergrund das EmanuelIsler-Haus und die katholischen Pfarrkirche Wohlen.

BA

«Das ist nur eine Auswahl. Selbstverständlich hätte man noch mehr Objekte in den Plan aufnehmen können», sagte der pensionierte Bezirkslehrer Heini Stäger gestern vor den Medien. Stäger bietet mit seinem Berufskollegen Dani Güntert seit ein paar Jahren die beliebten Wanderungen durch Wohlen an.

Kultursekretärin hatte die Idee

Der Verein Erlebnis Freiamt, der beste Werbung für den Landstrich im Süden des Kanton Aargau macht, gab den Anstoss für den neuen Übersichtsplan. Der Verein schloss 2012 mit dem Kanton Aargau einen Vertrag für das Projekt «Kultur und Freizeit» im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes ab. Den Bundes- und Kantonsstellen habe die Idee gefallen, in Wohlen einen Plan über die wichtigsten Objekte herauszugeben, teilte Gemeinderat Ruedi Donat mit. Aus dem NRP-Topf erhielten die Initianten 25 000 Franken, verteilt auf die Jahre 2014 und 2015. Die konkrete Idee stammt von der Wohler Kultursekretärin Claudia Nick. «Ich war in Norwegen in den Ferien, dort habe ich einen solchen Plan gesehen», sagte sie. Die Aktion koste der Gemeinde keinen roten Rappen, betonte Donat.

Am Samstag, 20. September, werden die ausgewählten Objekte an einem offiziellen Eröffnungsakt mit Hinweistafeln versehen, an denen sich die «Stadtwanderer» in Zukunft orientieren können. Ein kleiner Rundgang rund um den Kirchenplatz beginnt um 10.30 Uhr. Die Bevölkerung wird dazu eingeladen. Die Gemeinde offeriert danach in der Kulturbeiz einen Apéro. Für Heini Stäger ist der Übersichtsplan ein hilfreiches Instrument an den Wanderungen durch Wohlen. Nun könne man den Durchgang auch solo, ohne Führung, machen. «Man weiss gemeinhin viel zu wenig über Wohlen, und zudem auch nicht, dass man in ‹Chly Paris› über die Zeugen der Strohindustrie hinaus auch noch andere sehenswerte Häuser und Anlagen zeigen kann», meinte Peter Hägler, Präsident des Vereins Erlebnis Freiamt. Wohlen sei bisher «das ungeküsste Dornröschen im Freiamt» gewesen, sei aber trotzdem, obwohl vielen unbekannt, «die heimliche Hauptstadt im Freiamt».

24 Stationen in Alt-Wohlen

Folgt man der auf dem Plan verzeichneten Route, kann man in etwa anderthalb Stunden die katholische Pfarrkirche, das Hotel-Restaurant Sternen, das Emanuel-Isler-Haus, den Gasthof zum Rössli, das Rote Haus der Industriellen Betriebe, das Haus Weber mit dem Restaurant Chäber, die Haldenschulanlage, die Bleichi, das Schlössli, die St.-Anna-Kapelle, den Chappelehof, das Strohmuseum Im Park, das ehemalige Kaufhaus «Capitol», den Bahnhof, die reformierte Kirche, das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Georges Meyer & Co., die Fabrikgebäude Bruggisser, Streba und Isler, das Gemeindehaus, die Dorfkapelle Anglikon, die Kantonsschule, die Sportanlagen Niedermatten und das Freibad Bünzmatt mit den Schulanlagen erkunden. Die wichtigsten historischen Daten stehen im Plan, den der Illustrator Marc Locatelli aus Zürich entwarf. Ob der Plan einmal online aufgeschaltet werden kann, ist laut Gemeinderat Donat noch offen. In gedruckter Form kann man ihn gratis unter anderem im Gemeindehaus beziehen.