Muri
Das Trio zeigt Spass, Leidenschaft und Können im Pflegidach

Die dreiköpfige Band «Mister Barrington» überzeugte das Publikum mit ihren innovativen Klängen, ihrem musikalischen Geschick sowie mit ihrem sympathischen Auftreten.

Hanna Wächter
Drucken
Teilen
Die Band «Mister Barrington» überzeugte mit innovativen Klängen.

Die Band «Mister Barrington» überzeugte mit innovativen Klängen.

Christoph Biegel

Musik in der Deutschstunde

Schülerinnen und Schüler der Kanti Wohlen besuchen in regelmässigen Abständen die Veranstaltungen der Konzertreihe «Musig im Pflegidach». Darüber verfassen sie eine druckreife Konzertkritik und werden dafür von der Aargauer Zeitung benotet. Die Noten fliessen in die Bewertung des Deutschunterrichts an der Kanti ein.

Bewundernswerte Bescheidenheit

Der Bassist Owen Biddle, spielte vor der Gründung von Mister Barrington bei der berühmten Band The Roots. Gleichzeitig ist er Songwriter und Produzent. Auch die beiden weiteren Bandmitglieder sind unter anderem als Produzenten tätig.

Zach Danzinger an den Drums hat schon mit vielen weltberühmten Musikern zusammengearbeitet und auch einige bekannte Soundtracks stammen von ihm. Verbleibt noch der Mann an Keyboard und Mikrofon, Oli Rockberger. Auch er hat schon an unterschiedlichsten Projekten und Werken gearbeitet.

Angesichts des hohen Ansehens in der Musikwelt ist es umso erstaunlicher, wie authentisch und bescheiden die drei Musiker auftraten. Sie waren schlicht gekleidet, machten ab und zu eine unterhaltsame Ansage und erzeugten auf diese Weise einen äusserst sympathischen Eindruck.

Von den technischen Problemen, mit denen die Band zu kämpfen hatte, wurden die Musiker nicht aus der Ruhe gebracht, sondern überspielten die Situation mit Sprüchen. Beim Spiel bemerkte man als Laie nichts von den Problemen.

Dass diese aber aufgetreten sind, kann man sich gut vorstellen, denn die Band benutzt viele Effektgeräte und Laptops. Alle drei Instrumente waren an solche Maschinen gekoppelt. Die drei Musiker gelten als Tüftler und Entwickler von neuer Musik, sie brechen Regeln auf und schaffen sich viele Freiheiten.

Liebe zur Musik

Die Musik von Mister Barrington ist nur schwer in Worte zu fassen, da sich bestimmt ein Dutzend unterschiedliche Adjektive finden liessen, um das Zusammenspiel von Klängen, Rhythmen und Melodien zu beschreiben.

Auf jeden Fall überzeugte die Band mit enormer Vielfalt und Kreativität. Es wurden viele rhythmuslastige Stücke gespielt, häufig hatten aber auch die Vocals eine essenzielle Auswirkung auf die Atmosphäre. Im Bereich der Emotionen lag von Euphorie bis Melancholie alles drin. Teilweise klang Oli Rockbergers Stimme mit dem Vocoder sogar selbst wie ein Instrument.

Ein besonderes Merkmal des Auftrittes war, dass die Lieder ohne Unterbruch ineinander überflossen, dies liess den Zuschauer in einer einzigen Klangwelt versinken. Die Band baute auch Alltagsgeräusche, wie man sie etwa in einer Stadt hört, in einige Lieder ein.

Die Geräusche verschmolzen mit den Klängen der Instrumente. Es war, als schlendere man gedankenversunken durch eine hektische Grossstadt und drifte immer mehr in die eigene Gedankenwelt ab. Auch die Bandmitglieder schienen ganz versunken zu sein in ihre Musik, trotzdem waren sie immer perfekt aufeinander abgestimmt.

Die Finger wirbelten und tanzten über Tasten und Saiten. Die Liebe zur Musik ist den Künstlern ins Gesicht geschrieben, Mimik und Gestik spielen mit der Musik mit. Nebst dem Genuss, der Band beim Spielen zuzuhören, war es auch ein Genuss ihnen dabei zuzusehen.

Aktuelle Nachrichten