Möhlin

Das Tiefgaragenproblem kann gelöst werden

Möhlin genehmigt den Kauf von Tiefgaragenplätzen.

Möhlin genehmigt den Kauf von Tiefgaragenplätzen.

Der Möhliner Souverän genehmigt den Kauf von Tiefgaragen-Plätzen – zur Erleichterung von Ammann Fredy Böni.

Der Möhliner Gemeinderat hatte die Gemeindeversammlung mit Blick auf das WM-Spiel der Schweiz gegen Serbien von gestern Freitag extra auf den Donnerstagabend vorgezogen. Aber auch da wurde in Russland Fussball gespielt – sogar mit Möhliner Beteiligung. Während sich also Ivan Rakitic für die Partie der Kroaten gegen Argentinien warmlief, erhitzten sich in der Fuchsrainhalle langsam die Gemüter.

Thema war die Entwicklung der Kernzone rund um das Gemeindehaus. «Wir möchten dieses Gebiet aufwerten und ein Zentrum für Begegnungen und Aktivitäten schaffen», sagte Gemeindeammann Fredy Böni. Geplant ist auf dem freien Landstück neben dem Gemeindehaus (Hauptstrasse 32) eine mehrgeschossige Überbauung mit Wohn- und Gewerbeflächen. Unter dem östlichen Bereich der «Allmend» soll eine zweigeschossige Tiefgarage mit insgesamt 124 Parkplätzen entstehen. Auf dem Dach der Tiefgarage soll ausserdem eine Pergola Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.

Kritik von links und der FDP

Die Gemeinde ist dabei nicht am gesamten Projekt beteiligt. Die Überbauung erstellt ein Investor: die Roland Häsler Immobilien AG. Für den Bau der Tiefgarage sind das Unternehmen und die Raiffeisenbank verantwortlich. Die Gemeinde möchte nach Fertigstellung aber 54 Parkplätze kaufen. An der Versammlung beantragte der Gemeinderat einen Kredit in der Höhe von 3,6 Millionen Franken für den Kauf sowie die Aufwertung der «Allmend».

In der Diskussion zeigte sich, dass hauptsächlich die Tiefgarage umstritten ist. Vorbehalte äusserten unter anderem die Ortsparteien SP, Grüne und FDP. Der SP etwa sei das Projekt «zu wenig konkret», sagte Vorstandsmitglied Stefan Ries und kritisierte, dass es für die Tiefgarage noch kein Betriebskonzept gäbe. Ausserdem stellte er infrage, ob die Gemeinde überhaupt das Bedürfnis für zusätzliche Parkplätze habe. Ein Punkt, den auch die Grünen vorbrachten. Claude Chautems verwies auf die «vielen Gratis-Parkplätze im Dorf» und nannte dabei unter anderem den Parkplatz beim Restaurant Sonne – wobei SVP-Präsidentin Désirée Stutz umgehend konterte, dass der Wirt wohl kaum über eine solche Fremdnutzung begeistert sei.

Lob von SVP und CVP

Überhaupt stellte sich die SVP deutlich hinter das Projekt. Stutz verwies auf den «erheblichen Nutzen» für die Gemeinde und das Investitionsvolumen von einigen Millionen Franken: «Es handelt sich um einen Möhliner Investor, der auch Möhliner Firmen berücksichtigen wird.» Auch die CVP lobte das Vorhaben als «grosse Chance, das Zentrum zu entwickeln».

Fredy Böni versuchte vor der Abstimmung noch einmal, die 287 anwesenden Stimmberechtigten für die Bedeutung des Projekts zu sensibilisieren. Ein Betriebskonzept in Anlehnung an jenes im Rheinfelder «Rheinparking» sei ausserdem in Arbeit. «Die Detailplanung soll aber erst erfolgen, wenn ein Grundsatzentscheid da ist», so Böni. Das gelte auch für die Überbauung. Ein Spatenstich sei frühestens in zweieinhalb Jahren zu erwarten.

Schliesslich genehmigten die Anwesenden das Projekt – mit 136 Ja- zu 120 Nein-Stimmen. Böni reagierte erleichtert auf den Entscheid. Gerade vor dem Hintergrund, dass es grosse Projekte in den letzten Jahren in Möhlin schwer hatten – Stichwort «Leigrube» und «Rüttenen». «Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung im Zentrum», sagte Böni.

Die Kroaten hatten an der WM zu diesem Zeitpunkt längst drei Tore erzielt und das Spiel gewonnen. Unter den Torschützen: der Möhliner Ivan Rakitic. Vor der Halle in Möhlin freuten sich die kroatischen Fans aus dem Dorf mit einem Hupkonzert über den Sieg. Böni informierte derweil noch über das Thema Schule (siehe Box).

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