Wohlen
Das Strohmuseum in Wohlen bekommt seine eigene Briefmarke

Die neue 85er-Briefmarke der Schweizerischen Post mit einem Canotier-Hut wurde im Strohmuseum präsentiert. Dabei lobte Pro-Patria-Stiftungspräsident und alt Ständerat Carlo Schmid das grosse kulturelle Engagement der Wohler Ortsbürger.

Jörg Baumann
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Gemeindeammann Walter Dubler (links) dankt Carlo Schmid, Präsident von Pro Patria, für die Berücksichtigung von Wohlen. ba

Gemeindeammann Walter Dubler (links) dankt Carlo Schmid, Präsident von Pro Patria, für die Berücksichtigung von Wohlen. ba

Eine neue Pro-Patria-Briefmarke mit einem Canotier-Hut wirbt neu für das Freiämter Strohmuseum im Park in Wohlen. Seit gestern kann man sie am Postschalter kaufen.

Der Appenzeller Ex-Ständerat Carlo Schmid rühmte als Präsident der Stiftung Pro Patria am Montag bei der Präsentation der neuen Briefmarken das grosse kulturelle Engagement der Wohler Ortsbürgergemeinde.

Wohlen musste 20 Jahre warten

Schon vor 20 Jahren habe die Post eine Pro-Patria-Briefmarke mit einem Sujet der Wohler Strohgeflechtindustrie herausgegeben, führte Schmid in seiner Ansprache aus. Die meisten Gemeinden müssten dann mindestens hundert Jahre lang auf die nächste Briefmarke warten – nicht aber Wohlen.

Gemeinsam mit der Schweizer Post habe sich der Pro-Patria-Stiftungsrat für eine Ausnahme von der Regel entschieden.

Denn im Jahr 2013 stünden bei der Pro-Patria-Sammlung die Orts- und Regionalmuseen im Mittelpunkt. Dazu gehöre als eine der Perlen der Schweizer Museenlandschaft auch das Strohmuseum. Auch dieses trage sorgfältig zur Vermittlung der Geschichte bei. Das Strohmuseum sei geradezu ein Vorzeigeobjekt.

Einen besonders grossen Einsatz für die Pro-Patria-Sammlung leistet die Wohlerin Helena Guarisco. Sie verkauft seit 30 Jahren die Briefmarken im Dorf aus innerster Überzeugung.

Dafür dankte ihr Carlo Schmid ausdrücklich. «Helena Guarisco hat den roten Teppich in Wohlen für die Pro Patria drei Jahrzehnte lang ausgerollt», meinte der Stiftungspräsident.

Wichtigen Eckstein geliefert

Der Wohler Gemeindeammann Walter Dubler erklärte, dass die Stiftung Pro Patria bereits mit ihrem Beitrag von 200 000 Franken «einen wichtigen Eckstein» für das Museum geliefert habe.

Weitere 50 000 Franken habe die Schweizer Post beigesteuert. Dubler gab den Kontostand der bisher geleisteten Beiträge ans Museum bekannt: Dieser beläuft sich auf 3,35 Millionen Franken.

Den Verein Freunde Strohmuseum bezeichnete der Wohler Gemeindeammann als Erfolgsgeschichte. Dieser zählt bereits mehr als 800 Mitglieder.

Als Vizepräsidentin des Verbandes der Museen der Schweiz hob Cornelia Meyer (Zürich) die Bedeutung der über tausend Museen in der Schweiz hervor. Sie und vor allem auch die 700 Regional- und Lokalmuseen verdienten die Unterstützung durch die Öffentlichkeit.

Kurt Strässle, Leiter Briefmarken und Philatelie bei der Schweizer Post, bezeichnete die Briefmarke nach einem Ausspruch des Künstlers Friedensreich Hundertwasser «als einziges Kunstwerk, das jedermann besitzen kann.»

Führung durch das Strohmuseum

Unter der Führung der Kuratorin Anna Hegi besuchten die Gäste von der Stiftung Pro Patria danach das Strohmuseum, kurz bevor hohe Militärs der Genietruppen dieses ebenfalls besichtigten.

Die Offiziere wollten ihren ehemaligen Aargauer Militärdirektor Peter Wertli, den Präsidenten des Vereins Freunde Strohmuseums, wieder einmal treffen.

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