Muri
Das Spital Muri punktet mit hohem Ausbaustandard

Das Kreisspital für das Freiamt ist das erste Regionalspital im Aargau mit diesem Ausbaustandard. Im letzten Jahr konnte eine neu zertifizierten, moderne Intensivstation mit sechs Betten in Betrieb genommen werden.

Eddy Schambron
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Marco Beng, CEO des Kreisspitals für das Freiamt, präsentiert mit Freude das neue Untersuchungszimmer der Gynäkologie/Geburtshilfe.

Marco Beng, CEO des Kreisspitals für das Freiamt, präsentiert mit Freude das neue Untersuchungszimmer der Gynäkologie/Geburtshilfe.

Eddy Schambron

Zu klagen hat das Kreisspital für das Freiamt nicht: Im letzten Jahr konnte die neue Intensivstation mit sechs Betten in Betrieb genommen werden. Damit ist das Spital Muri das erste Regionalspital im Aargau mit einer so umfassend ausgerüsteten Intensivstation. Gut gestartet sind die Ärztezentren Sins und Bremgarten, gerade eröffnet wurde dasjenige auf dem Mutschellen.
Grund zur Freude gibt auch der Jahresabschluss mit einem Jahresgewinn von 5,439 Mio. Franken. Gesteigert wurden schliesslich erneut die Patientenzahlen: Stationär fanden 7916 (Vorjahr: 7767), ambulant 37 633 (36 208) Hilfe. Bei den Patientenzahlen rechnet die Spitalleitung in Zukunft mit einer gewissen Konsolidierung, wie CEO Marco Beng ausführte. Auch finanziell wäre nach Abschluss des jetzt laufenden Ausbaus eine weitere Expansion nicht zu verkraften.

Rot, blau – nach Wunsch

Die Intensivstation wurde durch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin zertifiziert. Dies erfolgte ohne Beanstandungen und Auflagen, wie Beng erklärte. «Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Spitals Muri offiziell erreicht und wir sind bestens für den sich zunehmend verschärfenden Wettbewerb im Gesundheitswesen gerüstet».
Das Angebot sei ein Vorteil für die Patienten. «Wir müssen bei schweren Erkrankungen weniger in Zentrumsspitäler verlegen und können wichtige Leistungsaufträge des Kantons im Freiamt behalten.» Zum besseren Wohlbefinden soll eine LED-Ambientenbeleuchtung in den Patientenzimmern beitragen; die Wände können nach Wunsch in unterschiedlichen Farben beleuchtet werden. Vorteile für die Patienten sieht Beng auch in den neuen Ärztezentren Sins, Bremgarten und Mutschellen. «Ich bin überzeugt, dass die Entwicklung weg vom klassischen Hausarztmodell, bei dem man einen bestimmten Arzt als Bezugsperson hatte, hin zu Gruppenpraxen, teilsweise sogar in Partnerschaft mit Spitälern, anhalten wird.»

Ausbau verläuft planmässig

Sowohl zeitlich als auch kostenmässig gut unterwegs ist der Ausbau des Spitals. Der Neubauteil wurde mit rund 5000 Einzelverbindungen mit dem bestehenden Bau verbunden, sodass die Erdbebentüchtigkeit erreicht werden konnte. Die durch die Bautätigkeiten einhergehende Lärmbelastung wurde von den Patientinnen und Patienten wenig beanstandet, wie Beng feststellt. Klagen gab es aber von den Mitarbeitenden, die durch den Baulärm stark belastet wurden. Die Einweihung der Neubauten ist für Mitte 2018 geplant.

Verbesserungen gibt es für Assistenz- und Oberärzte, welche auch ihre 50-Stunden-Woche haben «Gemeinsam mit internen Ärzten, dem Personalwesen und dem kantonalen Amt für Wirtschaft wurden diesbezüglich gute Konzepte entwickelt, die im Verlauf von 2016 zum Einsatz kommen werden», hält Beng fest. Diese Konzepte sollen dazu führen, dass das Spital Muri auch bei den Ärzten auf Anstellungsbedingungen gemäss geltendem Arbeitsrecht achten. «Das wichtigste Kapital unseres Spitals sind die über 700 Mitarbeitenden», betonte Beng.

Bedürfnisse erkennen

Für die Zukunft wird das Spital den Ausbau von Angeboten prüfen und allenfalls neue ins Auge fassen, erklärte Sabina Rüttimann, Präsidentin der Stifterversammlung und des Stiftungsrates. «Wir wollen die Bedürfnisse erkennen und entsprechend reagieren. Konkret geht es beispielsweise um die Akutgeriatrie, um die Radiologie oder um die Abrundung des Dienstleistungsportfolios in den Bereichen Orthopädie, Gynäkologie/Geburtshilfe und Notfallmedizin.
Für 2016 hat die Spitalleitung die weitere Optimierung des Qualitätsstandards, der Weiterausbau des Klinik-Informationssystems, welches vor allem Ärzte und Pflege unterstützt und von administrativen Tätigkeiten entlastet, sowie den baulichen Weiterausbau des Spitals insbesondere bei den Gebäuden 1 und 2 im Pflichtenheft.

Die Grundlage dafür bildet unter anderem ein Workshop von Stiftungrat, Spitalleitung und den Chefärzten, in welchem die Strategie bis 2020 erarbeitet wurde. Es mache Sinn, vieles im Regionalspital anzubieten, damit die Patienten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten, betonte Rüttimann.

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