Am Mittwochabend wurde im «Löwen» in Boswil nicht nur zum Plausch gejasst. Jung und Alt, Frauen und Männer, insgesamt rund 60 ambitionierte Jasser und Jasserinnen wetteiferten um die ehrenvolle Aufgabe, in Murten gegen Schöftland anzutreten.

Konzentriert wurde geschoben, gestochen und getrumpft, immer mit der Vision vor Augen, Boswil in Murten vertreten zu dürfen und bestenfalls den Sieg ins Freiamt zu holen. Nach 16 Runden war es schliesslich so weit und die Sieger wurden verkündet: Marlies Müller, Jasskönigin, Urs Stocker, Markus Rüttimann und Yanik Duss heissen die Boswiler Hoffnungsträger. Können sie sich gegen Schöftland behaupten, wird der «Donnschtig-Jass» am 11. Juli aus Boswil übertragen. Köbi Keusch, Präsident des lokalen Organisationskomitees, ist mit den vier Gewinnern des Ausscheidungsturniers zufrieden: «Es sind bewährte und gute Spieler.»

Martin Stocker, OK-Mitglied, war erfreut über den Grossandrang am Mittwochabend. Denn an den Probetrainings nahmen lediglich 30 Jasser teil. «Heute gilt es ernst», meinte er. Im Vorfeld gab Stocker keine Favoriten bekannt. «Zum Sieg gehört auch eine grosse Portion Glück», räumte er ein. «Die Besten mögen gewinnen.» Von Konkurrenzkampf zwischen den Spielern war indes nichts zu spüren. Im Mittelpunkt standen das Jassen und das Motto: Boswil trumpft in Murten mit seinen besten Jassern auf.

Promi-Stammgast zum Jassen

Zur moralischen Unterstützung war Roman Kilchsperger angereist, der beim Schweizer Fernsehen den «Donnschtig-Jass» moderiert. Regelmässig nimmt Kilchsperger am Freitagabend an der Jassrunde in Boswil teil. «Ich verliere zwar meistens, die Stimmung ist aber immer sehr gut und ich fühle mich wohl hier», sagte er. Auch wenn Kilchsperger eine neutrale Haltung gegenüber der Spielparteien einnimmt, schlägt sein Jasser-Herz doch ein bisschen mehr für Boswil. «Natürlich gönne ich auch Schöftland den Sieg. Dennoch käme eine Austragung in Boswil einem Heimspiel gleich», betonte Kilchsperger und schmunzelte: «Schön wäre es, wenn Boswil einen Differenzpunkt weniger machen würde.»

Somit kam auch die Idee einer Bewerbung für die Jass-Show nicht von ungefähr. Bereits vor zwei Jahren habe man eine Teilnahme in der Jassrunde diskutiert, so Martin Stocker. Mit der Zustimmung des Gemeinderats hat sich Boswil beim «Donnschtig-Jass» beworben und schliesslich qualifiziert. «Mit dieser Veranstaltung tragen wir etwas Gutes zum Dorfleben bei. Wir ziehen alle am gleichen Strick», sagte Stocker. Dies ist eine wichtige Voraussetzung. Denn sollte Boswil als Sieger hervorgehen, verwandelt sich das kleine Dörfchen im Freiamt am 11. Juli in die grosse Show-Bühne, wo jede helfende Hand willkommen ist.