Oberlunkhofen
Das Schnäggehüsli wechselt den Besitzer

Die reformierte Kirchgemeinde investiert1,7 Mio. Franken in die Verbesserung ihrer Infrastruktur. Die Kirchgemeindeversammlung hiess den Kauf einer Liegenschaft und eines Mehrzweckraumes gut.

Barbara Hagmann
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Das Schnäggehüsli wird saniert und zu Büro- und Besprechungsräumen umfunktioniert. Barbara Hagmann

Das Schnäggehüsli wird saniert und zu Büro- und Besprechungsräumen umfunktioniert. Barbara Hagmann

Ganz geräuschlos ging die Abstimmung zum Kauf einer Liegenschaft und eines Mehrzweckraumes an der Kirchgemeindeversammlung nicht vonstatten. Dass die Räumlichkeiten knapp sind und es an einer Lösung bedarf, stellte niemand infrage. Auch nicht, dass die Kirchgemeinde neben den angemieteten Räumen eine Liegenschaft sowie ein Mehrzweckraum kaufen will.

Vielmehr gab zu diskutieren, wie sinnvoll der Einbau eines Badezimmers in einem Gebäude für Bürozwecke sei. Die Mutmassung, die Kirchenpflege lasse eine Hintertür offen und würde das Schnäggehüsli anstelle von Büroräumlichkeiten als Pfarrwohnung nutzen, stand im Raum. Der Präsident Felix Maurer rechtfertige den Innenausbau und erklärte: «Der Wiederverkaufswert steigt, wenn das Haus als Wohnung eingerichtet ist.»

Nasszellen reduzieren

Maurers Argument überzeugte aber nicht sofort und die Versammlung einigte sich, dass die Nasszellen im Schnäggehüsli auf ein Minimum reduziert werden. Gleich hält es sich mit der Kücheninstallation: Einfach und zweckdienlich soll sie sein. Die Investitionskosten des sanierten Schnäggehüslis belaufen sich auf 950'000 Franken.

Der Mehrzweckraum, der im Sockelgeschoss eines Mehrfamilienhauses hinter dem Schnäggehüsli am Chileweg geplant ist, warf weniger Fragen auf. Die Versammlung liess sich sogar zur 95'000 Franken Mehrkosten hinreissen: Die Toilettenräume und ein Abstellraum werden als Nebenräume dazugekauft. Die Gesamtfläche des Gruppenraums beträgt 160 Quadratmeter und ist mit zwei mobilen Trennwänden in drei Räume unterteilbar. Für dieses Objekt liegt der Kirchgemeinde eine Offerte von 677'000 Franken vor.

Baukommission wird formiert

Der Vorschlag eines Kirchenmitglieds, das Schnäggehüsli vor dem Kauf einer Schätzung zu unterziehen, blitzte ab. Der Verkaufspreis wurde als marktkonform eingestuft. Dafür erklärte sich die Kirchenpflege bereit, eine Baukommission ins Leben zu rufen, welche die Bauvorhaben fachmännisch begleitet. Der Kauf beider Objekte wurde einstimmig gutgeheissen. In Kauflaune und sich dem Gedanken an den Wiederverkaufswert annähernd, stimmten die Kirchenmitglieder dem Kauf zweier Parkplätze im Wert von insgesamt 66'000 Franken zu.

Die Kirchgemeinde greift nun tief in die Tasche und zahlt die knapp 1,7 Millionen Franken aus ihren Rückstellungen.