Schulzentrum Mühlematten
Das schlechte Wetter bremste den Neubau – dank mehr Kran-Power wieder auf Kurs

Der Neubau des Schulzentrums Mühlematten ist mit ungünstigen Vorzeichen gestartet. Dank intelligenter Schulraumplanung und schwerem Bau-Geschütz ist das Projekt dennoch terminlich und finanziell auf Kurs.

Dominic Kobelt
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Auf dem Platz im Vordergrund wird einst die Doppelturnhalle stehen, dahinter, wo bereits einzelne Wände stehen, das Schulhaus.

Auf dem Platz im Vordergrund wird einst die Doppelturnhalle stehen, dahinter, wo bereits einzelne Wände stehen, das Schulhaus.

Die Aussenwände des Schulhauses stehen schon zur Hälfte. «Die Zeit, die wir durch den vier Monate späteren Baubeginn und den einmonatigen Baustopp wegen schlechten Wetters verloren haben, können wir durch verschiedene Massnahmen aufholen», erklärt Baukommissionspräsident Markus Keller.

Eine dieser Massnahmen: die Aufstockung von zwei auf zeitweise drei Kranen. Trotzdem werde der Kreditrahmen des Projekts Schulzentrum Mühlematten nicht überschritten, sagt Keller und zeigt sich überzeugt: «Aller Voraussicht nach kann der Schulbetrieb im Sommer 2017 wie geplant in den neuen Schulzimmern starten.»

Flexibilität schon jetzt gefordert

Der wohl grösste Vorteil des Schulzentrums liegt in seiner Flexibilität, die bereits ein erstes Mal unter Beweis gestellt werden musste. Der Planung lagen Zahlen aus 2011 zugrunde, man rechnete mit maximal 800 Kindern für das Schuljahr 2017/18.

Vor kurzem wurden diese Berechnungen aktualisiert und korrigiert: Bereits bei der Eröffnung werden 13 und nicht nur 12 Klassen in der Mühlematten unterrichtet. Das Konzept sieht maximal 14 Klassen vor. Stösst man schon wieder an die Kapazitätsgrenze? Gemeinderat Renato Sanvido: «Von Anfang an war klar, dass das Schulzentrum ausgelastet sein wird.

Reserven wurden eingeplant, aber wir können nicht Schulraum auf Vorrat bauen. Schulraumplanung ist ein Dauerauftrag.» Dank der bereits erwähnten Flexibilität – die meisten Wände sind nicht fix, sodass die Raumeinteilung je nach Bedürfnis umgestellt werden kann – konnte das Gebäude bereits jetzt auf mehr Klassen ausgelegt werden.

Die Schulzimmergrössen entsprechen immer noch den Vorgaben, das Gebäudevolumen wird besser ausgenutzt. Sämtliche Zimmer, inklusive Logopädie, Schulsozialarbeit etc. haben den erforderlichen Platz. Nur das textile Werken wird im Pavillon stattfinden.

Flexibilität zeigen auch die Lehrkräfte. Im neuen Schulhaus müssen sie auf ein «eigenes» Schulzimmer verzichten, für die Unterrichtsvorbereitungen müssen sie in einen Teamraum. Dafür können die Schulzimmer besser ausgelastet werden. Dieser Umstand wird von den Lehrkräften nicht negativ gewertet, wie Keller sagt: «Es gibt nicht wenige, die genau diese Art der Zusammenarbeit im Lehrkörper suche.» Auf die offenen Stellen, die zu besetzen seien, seien viele Bewerbungen eingegangen.

Beton mit Holzstruktur

Nicht nur die inneren Werte, sondern auch die Fassade des Neubaus vermag zu überzeugen. Der Beton der Aussenwände wird auf der Baustelle in eine Holzschalung gegossen. Das hat verschiedene Effekte: Die Wände stehen in kurzer Zeit fixfertig da, und dank den Holzplatten, die wieder entfernt werden, bekommen die Wände eine wärmere Farbe und nehmen die Holzstruktur auf.

Durch die raffiniert geplante Anordnung der Platten entsteht eine Betonwand, die nicht kahl ist, sondern durch ihre Struktur und Farbe Wärme ausstrahlt. Der obere Teil des zweistöckigen Gebäudes bekommt eine Holzfassade.

Auf den ursprünglichen Plänen fällt das Gelände neben dem Schulhaus leicht ab. Dies wurde geändert, indem der Aushub darauf aufgeschüttet wurde. Damit muss man die Erde nicht abtransportieren und das ganz Gelände ist eben. «So haben wir einen Platz, wo wir ein Zelt aufstellen können, ohne dass wir Angst haben müssen, dass es im Morast versinkt», freut sich Keller.

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