Muri
Das Salz des Meeres auf den Lippen schmecken: Ein portugiesischer Auftakt im Pflegidach

Sängerin Sofia Ribeiro aus Portugal läutete die 16. Saison «Musig im Pflegidach» ein.

Céline Dubach
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Sofia Ribeiro überzeugte mit Leidenschaft und viel Gefühl.

Sofia Ribeiro überzeugte mit Leidenschaft und viel Gefühl.

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Mit viel Hingabe und Authentizität verzückte Sofia Ribeiro mit ihrem Quartett die Zuhörer im «Pflegidach» in Muri. Mit einem strahlenden Lächeln und viel Selbstbewusstsein bediente sich die Portugiesin aus ihrem breitgefächerten Repertoire, das von hohen, zarten Tönen bis hin zur Imitation einer Trompete mit dem Mund reichte.

Ihre südländischen Wurzeln wurden schon in der ersten Minute, in der sie mit ihren Bandmitgliedern mit dem Lied «Bom dia» einstig, deutlich spürbar. Der schnelle, rhythmische Gesang erfüllte die Luft mit einer vibrierenden Energie. Der Bassist Petros Klampanis legte dabei einen intensiven Start an den Tag. Die Klänge, die er seinem Kontrabass entlockte, gemischt mit Ribeiros Gesang, erinnerten an einen Sommer, wie man ihn noch nie erlebt hat. Eine Meeresbrise schien durch den Saal zu streichen, und es war, als würde man das Salz der See auf den Lippen schmecken.

Der Abend war von Leidenschaft geprägt. Es war ein fliessender Übergang von kurzen, emotionalen Liedern über Heimat, geprägt von Melancholie und Schwermut, bis hin zu einem temperamentvollen, schnellen Song, der das «Geheimnis des Glücks» offenbarte. Die besonders sentimentalen Momente wurden immer wieder durch Witze der Musiker und A-Cappella-Einlagen aufgelockert. Dabei blühte besonders Pianist Juan Adrés Ospina auf, der mit seiner tiefen Stimme die perfekte Basis für jene Lieder bot, die keine Instrumente brauchten. Er sorgte mit Grimassen und übertriebenen Gesten für Lacher.

Musik als ultimative Verbindung

Die Lieder waren bis auf eine Ausnahme auf Portugiesisch. Das änderte jedoch nichts am Hörvergnügen. Ribeiro erläuterte vor jedem Stück dessen Inhalt und überliess es jedem einzelnen, sich in die Musik hineinzuversetzen. «Genau das ist das Schöne daran. Dass sich jeder selber etwas vorstellen kann. Musik heisst Verbindung. Es ist etwas Universales, das Zusammenhalt schafft, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht.»

Wie besonders die Musik als einzigartige Verbindung zwischen Menschen fungieren kann, wurde durch das Lied «Menina de olhos verdes» deutlich. Dort forderte Ribeiro die Zuhörer auf, in ihren Song einzustimmen. Gezögert wurde nicht. Der Pflegidachsaal wurde erfüllt mit melodischem Gesang, der kräftig von Marcelo Woloski am Schlagzeug unterstützt wurde. Dabei tanzte Sofia in geschmeidigen Bewegungen sorglos vor sich hin, als hätte die Musik sie in ihren Bann gezogen. Die Augen geschlossen, dirigierte sie die Besucher des Pflegidachs. Der kräftige Applaus, der auch nach dem letzten Stück folgte, liess die vier Musiker strahlen.

Musik in der Deutschstunde Schüler der Kanti Wohlen besuchen Veranstaltungen der Konzertreihe «Musig im Pflegidach», verfassen eine druckreife Konzertkritik und werden dafür benotet.