Das «Rössli» ist wieder offen, als Steakhouse diesmal. «Es soll ein Ort zum Wohlfühlen werden, kein abgehobenes Gourmetrestaurant», macht Wirt René Ryf deutlich. «Ich möchte es zu einem beliebten Treffpunkt für Villmergerinnen und Villmerger, aber auch für auswärtige Gäste machen.»

Er wurde auf das traditionsreiche Gemäuer aufmerksam, weil er den Liegenschaftsbesitzer Ahmed Sari noch von früher kannte. «Und als ich den Saal sah, hat es mich gepackt», erzählt der 52-Jährige begeistert. Doch erst nachdem ihm auch Marketingfachfrau und Eventmanagerin Patricia Almieri ihre Unterstützung zugesagt hat, wagte er den Schritt ins «Abenteuer Rössli».

So bekam das «Rössli» also nicht nur einen neuen Wirt, sondern – vermutlich erstmals in seiner jahrhundertealten Geschichte – auch eine eigene Pressesprecherin. Sie kümmert sich hauptsächlich um Werbung und Vermietung des Saals, der nun auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Start mit kleinem Team

Neben Pressesprecherin und Wirt soll das Abenteuer erst einmal mit einem kleinen Team starten: Ein Koch ist seit dem 10. Juni alleine für sein Refugium zuständig, während Maria Mirabueno aus Unterkulm als Serviererin die Gäste versorgt und dem Wirt auch zum Start ihr Wirtepatent zur Verfügung stellt, bis er dieses nachgeholt hat. Denn ursprünglich kommt der Zuger aus dem Bankgewerbe. Doch verfügt er trotzdem über langjährige Erfahrungen in der Gastroszene.

Dahinter versteckt sich sogar eine noch spannendere Geschichte: Unter anderem hat er ein Resort auf den Philippinen aufgebaut, war zwei Jahre dort und kam am Ende aufgrund von «politischen Herausforderungen» wieder in die Schweiz zurück. Zehn Jahre Erfahrung im Catering-Business runden seinen Lebenslauf ab.

René Ryf will ein unkompliziertes, gemütliches Restaurant führen, wobei natürlich auch Qualität wichtig sei. Und das, obwohl er womöglich nicht lange bleiben kann. Denn Besitzer Ahmed Sari plant, in etwa drei Jahren die nicht denkmalgeschützte Liegenschaft abzureissen und etwas Neues an deren Platz zu stellen. «Bis dahin möchten wir einfach eine gute Zeit mit der Bevölkerung haben.» Begonnen hat er mit Public Viewings der EM, bei denen die Gäste das neue «Rössli» auf ungezwungene Art kennen lernen können. Noch bis zum 10. Juli werden sämtliche Abendspiele auf Grossleinwand gezeigt.