Bremgarten
Das Risiko ist zu gross: «Fledermaus» darf erst 2022 fliegen

Die Operettenbühne Bremgarten verschiebt ihre Produktion um ein Jahr. Als Ersatz gibt es 2021 eine Konzertreihe. Grund dafür ist, dass Konzerte mit weniger Aufwand verbunden sind und bei einer Absage weniger schlimme Folgen hätten als eine fast zweimonatige Operettensaison.

Marc Ribolla
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2019 führte die Operettenbühne Bremgarten im Casino die Produktion «Paganini» auf. (Archivbild)

2019 führte die Operettenbühne Bremgarten im Casino die Produktion «Paganini» auf. (Archivbild)

Andre Juchli

Die Königin der Operetten muss länger warten als geplant. Das Risiko, dass der «Fledermaus» von Johann Strauss coronabedingt die Flügel gestutzt werden müssten, ist zu gross. Der Vorstand der Operettenbühne Bremgarten hat entschieden, die nächsten Frühling vorgesehene Produktion der «Fledermaus» um ein Jahr zu verschieben.

Die Platzverhältnisse im Casino sowohl im Zuschauer- als auch im Bühnen- und Garderobenbereich lassen eine Aufführung mit den Coronaschutzmassnahmen nicht zu. Die Verantwortlichen der Operettenbühne möchten die Gesundheit der Zuschauer und des Ensembles nicht riskieren.

In Bremgarten besuchen jeweils gegen 10'000 Zuschauer die Aufführungen. Allein die Eintrittseinnahmen liegen im Bereich einer halben Million Franken.

Absage verhindert spätere finanzielle Konsequenzen

Valentin Brunner, Medienverantwortlicher der Operettenbühne, sagt zur AZ: «Mit der vorzeitigen Absage zum jetzigen Zeitpunkt verhindern wir, dass dem Verein später finanzielle Auswirkungen entstehen, falls die Aufführungen kurzfristig doch gestrichen werden müssten.» Finanziell gravierend hätte sich ein positiver Coronafall im Umfeld der Operettenbühne während der Vorstellungen auswirken können. Die Saison mit rund 20 bis 25 Aufführungen dauert etwa zwei Monate. Brunner gibt das Beispiel der Operettenbühne Arth, die heuer mitten in der Saison abbrechen und ein grosses Loch in der Vereinskasse hinnehmen musste.

In diesen Tagen hätte der Bremgarter Laienchor die Proben in Angriff genommen. Im Januar wären die Solisten hinzugekommen. «Bei den Proben zu einer Operette kommt man sich zwangsläufig näher. Zudem haben wir einige ältere Mitwirkende, die zur Risikogruppe zählen», erklärt Valentin Brunner.

Als Ersatz die schönsten Operettenmelodien

Mit der Verschiebung um ein Jahr bricht die Operettenbühne mit ihrem traditionellen Zwei- Jahres-Rhythmus. Die Absage der Saison verursacht eine Lücke im kulturellen Angebot der Region. Darum habe der Vorstand nach einer Lösung gesucht, damit das treue Publikum 2021 nicht ganz auf musikalische Klänge verzichten muss.

Vom 23. bis 25. April ist als Alternative im Casino eine Gala-Konzertreihe mit den schönsten Operettenmelodien geplant – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen. Proben und Vorverkauf starten im Januar. «Ein Konzert ist deutlich mit weniger Aufwand verbunden und hat bei einem Ausfall weniger schlimme Folgen als eine fast zweimonatige Operettensaison», so Valentin Brunner.