Bremgarten
Das Regionale Kleintheater überlebt schon seit einem halben Jahrhundert

Die Bremgartner Neujahrsblätter stellen die kulturellen Glanzlichter in den Mittelpunkt.

Jörg Baumann
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Im Mai 2004 führt das Kellertheater in Zusammenarbeit mit «Bullinger500» das Freilichttheater Heinrich Bullinger auf. zvg

Im Mai 2004 führt das Kellertheater in Zusammenarbeit mit «Bullinger500» das Freilichttheater Heinrich Bullinger auf. zvg

Seit 50 Jahren zieht das Kellertheater Bremgarten ein Publikum an, welches das Besondere liebt. Dem Theater, das kurioserweise im zweiten Stockwerk residiert, widmet der Historiker, Redaktionsleiter und langjährige Theaterpräsident Fridolin Kurmann einen der gewichtigen Beiträge in den Bremgarter Neujahrsblättern 2017.

Bezirkslehrer als eifriger Mentor

Das Kellertheater wuchs aus zwei Vorläufern heraus, an denen zum Teil die gleichen Personen beteiligt waren: das Jungmannschaftstheater und das lokale Cabaret «Brämestich». Zu den Aktivitäten der Jungmannschaft, der damaligen Standesorganisation junger Männer, gehörte auch das Theaterspiel.

In den 1950er-Jahren nahm sich der junge Bezirkslehrer Heinrich Butz, einer der Begründer der Neujahrsblätter, dieses Theaters an und setzte dabei als Regisseur auf anspruchsvollere Theaterliteratur als andere Vereinstheater. Butz wirkte auch als Mentor seiner Theaterleute Heinz Koch, Beat Müller und Ueli Schenker, als sie sich entschlossen, Cabaret zu machen. Im Postkeller wurde das Kellertheater am 28. Januar 1967 aus der Taufe gehoben. Die Gründergeneration spielte die beiden Einakter «Frühere Verhältnisse» von Johann Nestroy und «Der Hund im Hirn» von Curt Goetz.

1967 folgte ein weiteres Theaterprojekt. Man lud nämlich Autoren aus der Region zum Schreiben eines Stückes ein. Als einziger reichte Beat Müller vom ehemaligen Cabaret «Brämestich» einen Einakter ein: «Etwas gegen den Mond». Er inszenierte ihn gleich selber und ergänzte ihn mit einem weiteren Einakter, «Auf hoher See» von Slawomir Mrozek. Der Pole ritt auf der Welle des absurden Theaters. Ein Wagnis, das in der Provinz trotzdem gut aufgenommen wurde.

Zum 50. Geburtstag führt das Theater im März ein Auftragswerk von Guy Krneta, Simon Ledermann, Paul Steinmann und Dodo Deer auf.

Viel Lesestoff auf 180 Seiten

Die Neujahrsblätter, herausgegeben von der Schodoler Gesellschaft, beleuchten auch weitere Jubiläen: 20 Jahre Stadtmuseum Bremgarten (Fridolin Kurmann), 25 Jahre Ausstellungen in der St.-Anna-Kapelle (Heinz Koch), 30 Jahre Stadtführergruppe Bremgarten (Reto Jäger) und 40 Jahre Operettenbühne Bremgarten (Urs M. Schmassmann).

Nachlesen kann man auch, worin die Reformatoren Martin Luther und Heinrich Bullinger) zusammenhängen, die Geschichte der Hexenverbrennung in Bremgarten und der Fohlenweide, was der Bahnpionier Placid Weissenbach alles bewirkte – und noch viel anderes. Die Neujahrsblätter sind für 30 Franken bei der Buchhandlung Furrer Sunnemärt, am Schalter BDWM Bremgarten, bei Rolf Meyer, Herrenmode, Something special und im Kaffee Spatz, alle an der Marktgasse,
erhältlich.

Jahresversammlung der Schodolergesellschaft am Sonntag, 8. Januar 2017, 14.30 Uhr, im Spiegelsaal im Schellenhaus Bremgarten.

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